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Nicht nachgefragt: Der Ortsrat fasst eineüberflüssige Empfehlung und verärgert Schöttelndreier

Landrat: "Kreisaltenheim wird nicht geschlossen"

Krainhagen (rnk). Mehr als eine Geste, da gab sich der Ortsrat keinen Illusionen hin, würde das Gremium nicht machen können - zu gering ist der Einfluss. Aber zumindest eine offizielle Beschlussempfehlung wollten die Mitglieder doch abgeben: Eine Schließung des Kreisaltenheimes in Krainhagen hielten alle Politiker für falsch. Die Sorge des Ortsrates scheint unbegründet, denn eine Schließung wird es auch nicht geben, teilte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier gestern mit.

Im Kreisaltenheim gehen nicht die Lichter aus, betonte gestern d

Er habe das Thema auf die Tagesordnung des Ortsrates gesetzt, so erklärt Ortsvorsteher Thomas Mittmann (SPD), weil vor Monaten ein Ausspruch des Landrates zur Zukunft der Kreisaltenheime in der Presse zu lesen war, der durchaus die Interpretation zugelassen habe, dass mittelfristig auch das Kreisaltenheim in Krainhagen von einer Schließung bedroht sei. Der Ortsvorsteher, so ließ Schöttelndreier gestern im Gespräch mit unsere Zeitung durchblicken, hätte besser bei einem derartig sensiblen Thema vorher beim Landkreis nachgefragt, ehe es auf die Tagesordnung gesetzt werde. Der Landrat verwies darauf, dass er nach der in der Presse veröffentlichten damaligen Aussage vordem Osterfest selbst ins Kreisaltenheim Krainhagen gefahren sei, um Personal und Bewohner darüber zu informieren, dass keineswegs geplant sei, das Haus zu schließen. Trotz der "außerordentlich angespannten Finanzsituation im Landkeis" (Schöttelndreier) sei der Landkreis bestrebt, seine sozialen Einrichtungen auf einem modernen Stand zu halten. So sei das Kreisaltenzentrum Krainhagen in den letzten Jahren vollständig renoviert worrden: 350 000 Euro seien investiert worden. In der Sitzung des Ortsrates hatten die Politiker quer durch die Fraktionen die Vor- und Nachteile des Krainhäger Altenheims herausgearbeitet. Mitttmann verwies auf die Arbeitsplätze, die im Falle einer Schließung verloren gehen würden ("das ist einiges"), außerdem sei der Platz in diesem Heim "deutlich günstiger als in einer privaten Einrichtung". Karin Pernau (SPD) unterstrich, dass dort auch viele Krainhäger untergebracht seien und das Pflegepersonal kennen würden. Außerdem: "Da kommen auch die Angehörigen schnell hin, bei längeren Strecken entstehen dann auch höhere Kosten." Weiterhin, meinte Herbert Röhrkasten (SPD), würden die Bewohner in der Statistik als Einwohner geführt. Würde das Heim geschlossen, würden sie fehlen und der Ort weniger Mittel erhalten: "Das macht sich schon bemerkbar und wäre für Krainhagen schädlich." Den Blick weiter in die Zukunft richtete Karin Warnecke (CDU). Der bauliche Zustand des Heimes sei nicht gut, da müsse was geändert werden. Im Vergleich zum Sonnenhof in Obernkirchen, wo Bewerber abgewiesen werden müssten, sei das Kreisaltenheim renovierungsbedürftig. Vielleicht sei das Heim ja nicht ausgelastet, weil es nicht mehr modern sei, vermutete die CDU-Fraktionsvorsitzende. Einen weiteren Vorschlag von Röhrkasten fanden die Mitglieder des Ortsrates ebenfalls gut: Die künftigen Kreistagsabgeordneten der Stadt Obernkirchen sollten sich in Stadthagen um den Erhalt kümmern und "Druck machen". Das scheint nun nicht mehr notwendig. Wie Schöttelndreier gestern über die Pressestelle außerdem mitteilen ließ, wird auch das Umfeld des Gebäudes - die Parkanlage - neu gestaltet. Geplant sind gemütliche Sitzecken und Rundwege, die zum Verweilen in der Natur einladen. Als besondere Attraktion sei ein Hochbeet angedacht, das den Garten für Einzelne auch bei "eingeschränkten individuellen Möglichkeiten" erlebbar mache.

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