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Heinz-Gerhard Schöttelndreier will das Amt für die SPD verteidigen / Wahlziel "60 Prozent plus x"

Landrat: "Ich möchte gerne weitermachen"

Landkreis. "Ich habe mich entschieden. Ich möchte gerne weitermachen." Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier schließt die Hintertür, lässt kein "Aber" mehr folgen: Der amtierende Landrat kündigt eine erneute Kandidatur an. Schöttelndreier will am 10. September bei den Kommunalwahlen für die SPD ins Rennen gehen und weitere fünf Jahre Landrat bleiben - bis er 2011 mit 68 Jahren die Altersgrenze erreicht.

Will auch für eine zweite Amtsperiode Gas geben: Landrat Heinz-G

Autor:

Frank Werner

Vor einem Jahr begann das Grübeln, Schöttelndreier hatte dicke Fragezeichen hinter eine zweite Amtsperiode gesetzt. Politische Weggefährten glaubten zeitweise nicht mehr an die Fortsetzung der Karriere, schauten sich vorsichtig nach Nachfolgern um. Von den Zweifeln ist jetzt nichts mehr zu spüren: "Ich könnte Bäume ausreißen", sagt Schöttelndreier im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 63-Jährige fühlt sich fit, will Landrat bleiben, "solange ich kann" und bis die gesetzliche Altersgrenze erreicht ist. "Mit 68 muss ich nach Hause", weiß Schöttelndreier. "Leider". Beflügelt habe ihn das aufmunternde Schulterklopfen von vielen Seiten. "Die Menschen spüren, dass ich mich mit der Aufgabe und ,meinem' Schaumburger Land voll und ganz identifiziere", beschreibt Schöttelndreier sich selbst. Die inhaltliche Zustimmung und persönliche Akzeptanz, die er verspüre, motiviere ihn, weiterzumachen und um das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zu bitten. "Ich habe lange überlegt und abgewogen, aber es gibt nur eine Entscheidung. Ich bin mit Leib und Seele Landrat - und möchte es gerne bleiben." Politisch will Schöttelndreier "das Erreichte fortführen" und einen Politikstil weiter pflegen, der über Parteigrenzen hinweg auf zweckmäßige Lösungen ausgerichtet sei. Durch dieses Aufgabenverständnis und die konzeptionelle Herangehensweise mit der Formulierung von Entwicklungszielen sei es ihm und seinem "Team" gelungen, zu allen grundsätzlichen Entscheidungen der Kreispolitik einstimmige Beschlüsse des Kreistags zu erwirken, etwa bei den Projekten Arbeit statt Sozialhilfe, der Kultur- und Tourismusförderung, der Prioritätensetzung für Ausbildung und Bildung sowie in den Bereichen Jugendhilfe und Familie. Nicht zuletzt sei der Haushalt einstimmig angenommen worden. Für seine laufende Amtszeit zieht der Landrat eine ausgesprochen positive Bilanz. Erfolgreiche Wirtschaftsförderung, vorausschauende Siedlungsplanung, Akzente in der Kultur-, Jugend- und Familienpolitik sowie in den Bereichen Schule und Bildung hätten den Landkreis als "attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort positioniert". Zur Erfolgsbilanz rechnet Schöttelndreier auch die konsequente Pflege des Wir-Gefühls: "Stärker als in anderen Regionen identifizieren sich die Schaumburgerinnen und Schaumburger mit ihrem Landkreis." Seit 40 Jahren ist Schöttelndreier (verheiratet, ein Sohn) im Dienst, seit über 30 Jahren bekleidet er Führungspositionen. 1989 wurde er leitender Direktor, 1995 vom Kreistag einstimmig zum Kreisrat gewählt und 1998 von den Schaumburgern zum ersten hauptamtlichen Landrat bestimmt. Schöttelndreier holte damals ein Traumergebnis von 64,3 Prozent. Das Wahlziel für den 10. September: "60 Prozent plus x."

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