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Rehrener Restaurantbetreiberin wünscht sich indessen mehr Unterstützung von den Behörden

Landkreis verbietet Werbeschilder an der A 2

Rehren (la). Birgit Bruno, Betreiberin des italienischen Restaurants "Taormina" in Rehren, hat wieder einmal Post vom Landkreis Schaumburg bekommen. In einem Schreiben wird sie aufgefordert, ihr Werbeschild in der Gemarkung Wiersen, neben der Autobahn 2, zu entfernen. Ein Zwangsgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro wird ihr angedroht.

Birgit Bruno

"Das ist ein ,Spielchen', das schon Jahre dauert, für mich aber wirklich nicht verständlich ist", sagt Birgit Bruno. Im Frühjahr 2005 habe sie erstmals ein Werbeschild an der Autobahn, auf einem Grundstück eines Landwirts, aufgestellt. Die Miete, die sie dafür an den Landwirt zahlen muss, ist relativ gering und rechnet sich, denn die Werbeanlage auf dem Treckeranhänger bringt ihr neue Gäste. "Ich frage oft nach, wie meine Gäste zu mir gekommen sind, und häufig höre ich, dass sie das Schild an der Autobahn gesehen haben und daher abgefahren sind", erzählt die Wirtin. Jetzt muss das Schild bis zum 19. November entfernt werden. "Das vierte Mal seit 2005, aber irgendwann stelle ich es wieder auf. Diesmal steht das Schild bereits seit 1. März dieses Jahres, und bislang hat es niemanden gestört", so Birgit Bruno, die übrigens nicht die einzige Auetalerin ist, die an der Autobahn für ihren Betrieb wirbt. Wolfgang Wehlauch, Amtsleiter des Bauordnungsamtes des Landkreises Schaumburg, erklärt auf Anfrage, warum das Schild, so wie alle anderen auch, weg muss: "Werbeanlagen dieser Größe sind baugenehmigungspflichtig. Allerdings steht das Schild, wie die anderen, die in den nächsten Tagen entfernt werden müssen auch, im unbeplanten Bereich. Eine Baugenehmigung gibt es dafür nicht." Außerdem wolle der Landkreis Schaumburg mit der Reglung eine Verschandlung der schönen Landschaft verhindern. "Wo zwei bis drei Schilder stehen, folgen bald die nächsten zehn. Ein Haufen Werbeschilder an der Autobahn sieht nicht schön aus und ist außerdem ein Ablenkungsfaktor für die Verkehrsteilnehmer", begründet Wehlauch das Vorgehen der Behörde. "Für uns Kleinunternehmer müsste es eine Ausnahme geben. Gerade wir hier in Rehren haben so lange unter der Autobahn gelitten, als durch den Ausbau die Straßen im Auetal verstopft waren, hier müsste man uns doch entgegen kommen", meint Birgit Bruno. Der Landkreis müsse die kleinen Betriebe unterstützen, denn schließlich gebe es schon genügend Insolvenzen. Werbung, zum Beispiel auf dem großen Turm im Gewerbegebiet, sei gerade für die Kleinunternehmer nicht zu finanzieren. Zunächst will Birgit Bruno jedem Ärger mit dem Landkreis aus dem Weg gehen und lässt daher den Treckeranhänger mit dem Werbeschild entfernen, aber sie überlegt bereits, wann und wo sie ihn dann wieder aufstellen wird. "Vielleicht im Frühjahr ein paar Meter weiter", sagt sie verschmitzt lächelnd. Schließlich weiß sie, dass der Landkreis andere Dinge zu tun hat, als regelmäßig zu kontrollieren, ob an der Autobahn Werbeschilder stehen. Die Zeit bis zur nächsten Aufforderung, das Schild zu entfernen, kann ihr aber wieder neue Kunden bringen. Das "Spielchen" wird also weitergehen und der Ordner, in dem Birgit Bruno den Schriftverkehr mit dem Landkreis abheftet, wird dabei immer dicker.

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