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Tempoantrag abgelehnt / Verkehrsamt:Übersichtlich / Anrainer: Lotterie

Landesstraße 450: Weiterhin mit Vollgas in Richtung Schloss Baum

Rusbend (bus). Das Straßenverkehrsamt des Landkreises hat einen Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung im Rusbender Ortsteil Hackshorst abgelehnt. Bewohner des am Rande des Schaumburger Waldes im Nordosten Quetzens gelegenen Areals hatten sich für eine Reduzierung des Tempos auf der L 450 auf 70 Stundenkilometer ausgesprochen. In Stadthagen wird "momentan kein Handlungsbedarf" gesehen.

Ortsbgehung in Rusbend: Nach Auffassung des Straßenverkehrsamtes

Die Sichtweise der Behörde stößt bei der Bewohnerschaft und im Ortsrat Rusbend auf wenig Verständnis. "Jetzt rauscht der Verkehr weiterhin volle Pulle Richtung Schloß Baum", hieß es während eines Ortstermins - allenfalls gebremst durch Paragraph 3 der Straßenverkehrsordnung, nach dem die Höchstgeschwindigkeit 100 Stundenkilometer beträgt. "Aber daran halten sich die wenigsten Fahrer", schilderten die Anwohner ihre Eindrücke. Auch die amtlichen Auffassung, die Strecke sei "übersichtlich, Verkehrsteilnehmer können die Straße gut überblicken", wollen sich die Hackshorster nicht zu eigen machen. "Mir erscheint das Auffahren auf die Straße jedes Mal wie eine Lotterie; ich sehe nichts", bemerkte ein Anrainer. Auch der Hinweis der Antragsteller auf die in diesem Streckenabschnitt besonders gefährdeten Fahrradfahrer bewirkte in der Kreisstadt kein Umdenken. "Obwohl ein Fehlverhalten einzelner Verkehrsteilnehmer leider niemals ausgeschlossen werden kann, sind Radfahrer in dem von ihnen angesprochenen Bereich nicht stärker gefährdet als in vielen anderen Bereichen im Landkreis Schaumburg, wo ebenfalls kein baulich getrennter Radweg vorhanden ist", hält das Antwortschreiben fest. Als Fazit teilen die Experten mit: "Es ist daher davon auszugehen, dass die Verkehrsteilnehmer mit einer dem Straßenverlauf und den örtlichen Gegebenheiten angepassten Geschwindigkeit fahren." Im Zusammenhang mit dieser Feststellung stößt den Beschwerdeführern bitter auf, dass auf der L 450 in großen (unbewohnten) Teilen des Schaumburger Waldes ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern gilt - mit ausdrücklichem Hinweis auf Fahrradfahrer. Für das zweite verkehrstechnische Anliegen zeichnet sich unweit des früheren Ausflugslokals "Fuchsbau" eine positive Entwicklung ab. Nach Angaben von Rusbends Ortsbürgermeister Andreas Struckmann ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW zu einer Überplanung der Ortsumgehung Quetzen bereit. Die Umgehung soll als "L 722n" auf westfälischer Seite zukünftig die von Petershagen nach Raderhorst/Stadthagen führende L 770 mit der L 722 verbinden und am Schaumburger Wald in die niedersächsische L 450 münden. Die aus den 1970er Jahren stammenden Pläne werden voraussichtlich dahingehend geändert, dass eine etwa 300 Meter lange Baumreihe entlang der L 450 erhalten bleibt. Die Trassierung soll auf niedersächsischem Gebiet von 370 auf 170 Meter zurückgenommen werden.

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