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Um Zukunft der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn besorgt / 70 000 Tonnen Güter

Land will Eisenbahnanteile verkaufen: Bartling fordert Garantien für Strecke

Landkreis (ur). Anlieger und Kunden wissen natürlich, dass auf der historischen Eisenbahnverbindung Rinteln-Stadthagen nach wie vor Güterverkehr stattfindet - in der breiten Öffentlichkeit aber ist die Strecke vor allem durch die Nostalgie-Fahrten der Dampfeisenbahn Weserbergland bekannt. Ins öffentliche Blickfeld gerückt wird der Schienenstrang jetzt durch die Absicht der niedersächsischen Landesregierung, ihre Anteile an der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) zu verkaufen, die über ihr Tochterunternehmen RSTE auf dieser Strecke Schienengüterverkehrsleistungen mit einem jährlichen Volumen von 70 000 Tonnen auf eigener Eisenbahninfrastruktur im Weserbergland erbringt. Würden diese Transporte auf die Straßen verlagert, würden rund 2000 LKW mehr im Jahr die heimischen Straßen belasten.

In die Bahnlinie wurde gerade erst investiert: Die Brücke über d

Energisch fordert daher der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Heiner Bartling, dass die Landesregierung vor einem Verkauf ihrer Anteile vertraglich absichert, dass die Unternehmensgruppe nicht zerschlagen wird: "Nicht nur die Beschäftigten brauchen klare und juristisch wasserdichte Zusagen eines potenziellen Käufers - auch die regionale Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass das Güterverkehrsnetz erhalten bleibt." Man müsse in jedem Fall durch bindende Verträge verhindern, dass ein neuer Eigentümer die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn stilllegt und damit weiterer Schwerlastverkehr auf die Schaumburger Straßen verlagert werde: "Diese Gefahr muss unbedingt ausgeschlossen werden!" Betroffen wäre von solchen Veränderungen natürlich auch die Dampfeisenbahn Weserbergland auf ihrer angestammten Hausstrecke. Damit könnte es auch zu einer Beeinträchtigung des Tourismus kommen, gehören die Angebote der DEW doch zu den besonders begehrten Programmpunkten bei auswärtigen Besuchern. Die darauf angesprochene DEW-Vorsitzende Natascha Reinhardt aus Bückeburg möchte angesichts der unklaren Lage noch keine endgültige Stellungnahme abgeben, meint aber doch skeptisch: "Im Moment sind das für uns nur Gerüchte. Nach den eisenbahnrechtlichen Bestimmungen aber müsste auch ein neuer Betreiber uns den weiteren Verkehr auf der Strecke ermöglichen - doch wie sich die Zusammenarbeit mit einem solchen Betreiber gestalten würde, ist natürlich eine andere Frage." Dr. Bernd Pietzka aus Rinteln als regionaler Experte in Sachen Schienenverkehr sieht denn mit einem Eigentümerwechsel auch noch eine durchaus realistische Option für den künftigen Nahverkehr gefährdet: "Dem Vorschlag der Rintelner CDU, eine Nachtverbindung per Schiene von Hannover nach Rinteln zu schaffen, könnte man ja auch dadurch entsprechen, dass über den Anschluss von Hannover eine kostengünstigere Spätverbindung zwischen Stadthagen und Rinteln realisiert wird. "

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