weather-image
31°
Hier wird der Osterhase von morgen groß: In der Wildtierstation werden sechs Jungtiere aufgezogen

Lämmer-Milch schmeckt dem Hasen am besten

Landkreis (crs). Ein bisschen irritiert gucken die jungen Hasen in die Welt. Der eine duckt sich vorsichtig ins Gras, der andere richtet sich langsam auf, spitzt die langen Löffel. "Die stehen noch ganz schön unter Stress", sagt Tierpflegerin Konni Weber. Die beiden "Nachwuchs-Osterhasen" sind zwei von zurzeit sechs jungen Feldhasen (Lepus europaeus), die von den Tierpflegern der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen liebevoll aufgepäppelt werden.

Die Osterhasen von morgen: Etwa vier Wochen alt sind die beiden

"Der eine wurde von Krähen gehackt, der andere von einer Katze angeschleppt", erzählt Konni Weber vom Schicksal der etwa vier Wochen jungen Feldhasen. Aufmerksame Schaumburger haben die hilflosen Tiere in der Artenschutzstation abgegeben. Hier gedeihen die Junghasen prächtig: Beide haben keine schlimmen Verletzungen erlitten, wachsen gut. Und das ist gar nicht so leicht. "Es ist relativ schwierig, junge Hasen großzukriegen", berichtet die Tierpflegerin. Das Erfolgsrezept der Wildtierstation ist - und auch das passt zu Ostern - eine Lämmer-Aufzuchtmilch. Alle vier Stunden werden die Kleinen mit der Flasche gefüttert, "da hat man ganz gut zu tun". Nicht in allen Fällen ist jedoch Hilfe angebracht: Es passiert immer häufiger, dass vermeintlich verlassene Hasenjunge von aufmerksamen Spaziergängern eingesammelt und in der Wildtierstation abgegeben werden. Das ist zwar gut gemeint, oftmals aber voreilig. Denn: "Hasen sind so genannte Platzhocker", erläutertKonni Weber.Die Häsin legt ihren Wurf, meistens zwei oder drei Jungtiere, getrennt voneinander ins hohe Gras oder in eine geschützte Erdmulde - denn so eine Hasenmama ist ja auch nicht doof: Wenn ein Feind das Nest entdeckt, dann muss nur ein Junges dran glauben, die anderen überleben. Und nachdem die Kleinen auf diese Weise untergebracht sind, hoppelt die Hasenmama von dannen und schaut nur noch dreimal am Tag für wenige Minuten zum Säugen vorbei. "Passanten denken oft, ein alleine daliegendes Hasenbaby sei von der Mutter verlassen worden - das stimmt aber meistens nicht", klärt die junge Tierpflegerinauf. Sie appelliert an Spaziergänger: "Tiere bitte liegen lassen, sofern sie nicht verletzt sind." Mit Feldhasen haben die Tierschützer in den kommenden Monaten verstärkt zu tun. "Es geht jetzt langsam los", weiß Konni Weber: Von Februar bis Spätsommer werden die Hasenbabys in der Natur geboren. In der Tierschutzstation bleiben die jungen Hasen, bis sie ein Gewicht von einem Kilo erreicht haben - ausgewachsene Tiere wiegen im Schnitt vier bis fünf Kilo. Dann werden die Tiere schrittweise ausgewildert, kommen erst in ein Freiluft-Gehege, wo sie nach Leibeskräften umherhoppeln und so Muskulatur aufbauen können, bevor sie schließlich ganz "entlassen" werden. Auch nach längerer Zeit im Käfig sei dies überhaupt kein Problem, erzählt Konni Weber: "Auch handzahme Tiere entwickeln ganz schnell wieder eine natürliche Scheu vorm Menschen." Hinweis: Die Wildtier- und Artenschutzstation macht keine Osterpause - auchüber die Feiertage hinweg werden hier jeden Tag um 15 Uhr Führungen angeboten. Eine Anmeldung für Familien ist nicht erforderlich. Ein besonderes Osterei: Die Führung ist kostenlos - über Spenden dürften sich aber nicht nur die Nachwuchs-Osterhasen freuen. Weitere Infos gibt es telefonisch unter (05725) 708730 oder im Internet: www.wildtierstation.de.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare