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Büromöbelhersteller reduziert Arbeitszeit um durchschnittlich 20 Prozent / Qualifizierung für Mitarbeiter

Kurzarbeit jetzt auch in der Hawoth-Produktion

Bad Münder (jhr). Nach Wilkhahn nun auch Haworth: Der mündersche Büromöbel-Hersteller schickt wegen der eingebrochenen Nachfrage ab heute einen Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit.


Betroffen sind zunächst die Mitarbeiter des Produktionsbereiches. Sie sollen in den nächsten Monaten durchschnittlich 20 Prozent weniger arbeiten, wie Betriebsratschef Gerd Ahrens auf NDZ-Nachfrage bestätigte. Angemeldet wurde die Kurzarbeit für zunächst sechs Monate. Von den rund 240 Mitarbeitern am Standort Bad Münder ist der größere Teil in der Produktion beschäftigt. Zunächst noch nicht betroffen sind die Mitarbeiter im Verwaltungsbereich, hier sollen zunächst noch die Guthaben auf den Arbeitszeitkonten reduziert werden.

Deutlich bemerkbar macht sich im Segment der Büromöbelhersteller die Krise insbesondere in zwei Bereichen: dem Finanzsektor und der Automobilindustrie. Beide gehörten zu den großen Auftraggebern der vergangenen Jahre, beide halten sich bereits seit Monaten mit neuen Aufträgen zurück.

Nach bisherigen Planungen soll bei Haworth an drei bis vier Tagen „normal“ produziert werden, an ein bis zwei Tagen der Woche sollen die Mitarbeiter Gelegenheit erhalten, sich fortzubilden und zu qualifizieren. Ein Aspekt, den der Betriebsratschef in der aktuellen Situation für überaus sinnvoll hält – stehen am Standort doch grundsätzliche Veränderungen an: Das Werk soll zum europäischen Korpuswerk ausgebaut werden, künftig die Schrank- und Container-Elemente für alle anderen europäischen Haworth-Standorte liefern. Verbunden wird diese Umstrukturierung auch mit veränderten Anforderungen an das Wissen der Mitarbeiter sein, zusätzliche Qualifizierungen während der Phase der Kurzarbeit werden so langfristig gesehen die Arbeitsplätze sichern.

Bewertet werde der Schritt in die Kurzarbeit von seinen Kollegen zunächst einmal positiv, erklärt Ahrens – Kurzarbeit sei besser als Entlassungen. Er weiß aber auch, dass die Kurzarbeit, wenn sie sehr lange dauert, für die Mitarbeiter zur Belastung werden kann. „Das geht dann an die Grenze“, sagt der Betriebsratschef, weist auf geringere Einkommen und die wachsende Unsicherheit über den Arbeitsplatz hin.

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