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Schulausschuss: Konzept entwickeln

Kurs auf neue Gesamtschulen

Landkreis (ssr). In Schaumburg sollen "bei Bedarf" weitere Gesamtschulen eingerichtet werden. Das ist nunmehr einmütiger politischer Wille im Kreistag. Dieser wurde durch einen einstimmigen Beschluss des Schulausschusses (bei drei Enthaltungen) dokumentiert. In diesem wird die Verwaltung beauftragt, entsprechend dem Ergebnis von örtlichen Bedarfserhebungen ein kreisweites Schulkonzept zu erstellen.

Die für die Schulstandorte Obernkirchen, Rodenberg, Helpsen und Lindhorst nötigen Bedarfserhebungen sollen im Frühjahr 2008 abgeschlossen sein. Aus diesen Ergebnissen wird das Schulamt die Auswirkungen auf andere Schularten, den Raumbedarf und weitere Aspekte recherchieren und darstellen. Nötig sindauch verbindliche Verhandlungen mit den betreffenden Schulzentren. Anschließend wird die Verwaltung ein kreisweites Schulkonzept entwickeln. Dieses könnte bis zu vier neue Gesamtschulen beinhalten. Das Konzept soll noch 2008 fix und fertig vorliegen. Ob und in welcher Form ein solches Konzept umgesetzt werden kann, hängt maßgeblich vom Ausgang der Landtagswahl im Januar 2008 und dem Kurs der daraus hervorgehenden Landesregierung ab. Bevor im Schulausschuss Einmütigkeit erreicht war, gab es in Details Abstimmungsbedarf. So verzichtete die SPD auf ihren Wunsch, die Errichtung neuer Gesamtschulen bereits zum 1. August 2008 anzustreben. Hier setzte sich die CDU mit dem Argument durch, eine solche kurze Frist sei völlig unrealistisch. Im Gegenzug akzeptierte die Union, dass nicht nur von e in e r Gesamtschule, sondern von mehreren die Rede ist. Dafür ist in dem Beschluss der Begriff "Gesamtschulen" und nicht, wie von der SPD gewollt, "Integrierte Gesamtschulen" festgeschrieben. Das heißt: auch die Einrichtung von Kooperativen Gesamtschulen ist im Blick. Unter den Schulpolitikern herrschte Einigkeit, dass im Landkreis eine "bunte Schullandschaft" entstehen soll. Angesichts der eher unsicheren landespolitischen Lage, was die künftige Schulpolitik angeht, war in diesem Sinne von einem selbstbewussten Kurs hin auf ein "Schulmodell Schaumburg" die Rede. Durch Enthaltung dokumentierte Kritik gab es von Grüne/WIR und vom Kreisschülerrat. Edeltraut Müller (WIR) bevorzugte den Termin zum 1. August, da "der Bedarf doch schon jetzt ausreichend festgestellt ist". Marius Wüstefeld vom Schülerrat hielt es für zweifelhaft, neue Gesamtschulen anzustreben, obgleich das geltende Schulgesetz das ausschließt.

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