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Kaiserwetter macht Rosenfest zum Massenmagnet / Floristinnen stellen die neuen Züchtungen vor

Kurpark-Homage an die "Königin der Blumen"

Bad Eilsen (sig). Den Titel "Königin der Blumen" wird man ihr schwer streitig machen können. Auch wenn es in der Natur nicht an Konkurrenz mangelt - denkt man nur an die Vielfalt und Schönheit der Orchideen. Aber keine Blume wird so viel besungen wie die Rose. Ihr ein Fest zu widmen, wie es am Sonntag im Kurort der Fall war,lohnt sich immer. Nur: Diesmal war es mit der erhofften üppigen Rosenpracht im Park noch nicht weit her.

Der Doktorsee-Express ist mit der Jazzband unterwegs.

Aber das war nicht die Schuld der Veranstalter, das muss sich Petrus auf die Fahnen schreiben lassen. Die lang anhaltende Kälteperiode hat das Wachstum erst zwei Wochen später als in früheren Jahren in Gang kommen lassen. Normalerweise hätten die frei wachsenden Rosen jetzt schon viel mehr Glanz und Duft in den heimischen Gärten verbreitet als zurzeit. Auch das Rosarium des Kurparks mit seinen 54 Sorten hätte davon profitiert. Trotzdem war das zweite Eilser Rosenfest eine gelungene Einstimmung auf die schönste Zeit eines Jahres, nachdem der Frühling weitgehend ausgefallen ist. Die Besucher, die es sich unter den hohen Kastanien des Konzertgartens gemütlich gemacht hatten, genossen zunächst das traumhafte Wetter und dann die flotten Rhythmen der "Apple tarte Jazz Company", die von 11 bis 14.30 Uhr musizierte. Die Platzierung der Gruppe mitten im Konzertgarten förderte die Stimmung. Am Nachmittag übernahm an gleicher Stelle die Rio Show-Band das Kommando. Auch sie sorgte dafür, dass die Gäste viel Sitzfleisch entwickelten. Wer zwischendurch die Stände aufsuchte und Ausgewähltes erwarb, musste dafür schon einige Zeit einplanen. So weit wie möglich hatte das Angebotene einen Bezug zum Thema "Rosen". Vor allem dort, wo die "Königin der Blumen" in natura angeboten wurde, zum Beispiel als Stamm- oder Kletterrose in Rosa, Gelb und Samtrot. Floristin Maria Diehl aus Rinteln stellte Ergebnisse neuer Züchtungen vor. Dass die weiße Kreation mit zartem, rotem Rand beliebt ist, ist bekannt. Jetzt liegt jedoch eine neue Sorte vorn. Sie trägt den Namen "High Society", hat orangefarbene Blüten mit rotem Rand. Auch mit Rosen, allerdings als Seidenblumen, hat es Andrea Sauermann zu tun. Die Floristin aus Südhorsten verarbeitet sie zu Kreationen für alle möglichen Anlässe. Die Rintelner Textil-Designerin Alexandra Lanfer gestaltet Stolen, Schals, Taschen und vielerlei andere modische Accessoires. Unter ihren ausgewählten Mustern dürfen auch Rosen nicht fehlen. Ein anderes Metier betreibt Martina Schefdeler aus Lügde. Zu ihrem Produktangebot gehören Tannenspitzensirup, Bärlauchöl, Apfel-Lavendel-Aufstrich und Konfitüren aus Wild- und Gartenfrüchten sowie ungewöhnliche, aber leckere Brotaufstriche. Ungespritzte Rosenblätter legt sie in Roséwein ein und stellt daraus ein Rosenblüten-Weingelee her, dessen Duftnote die Sinne betört. Ungewöhnliche Duftkreationen auch an einem anderen Stand. Ingrid Steininger aus Petershagen hatte aus Blütenblättern unter Zugabe von Nelken, Piment sowie Veilchenwurzelpulver wohl dosierte Potpourris an Gerüchen hergestellt. Besonders duftete eine alte deutsche Rose, die den heutigen Generationen nicht mehr ähnlich sieht. Die Eilser Kurapotheke lud währenddessen zu einem japanischen Gerstengras-Trunk ein. Dank seiner basischen Inhaltsstoffe stoppt er die nicht ungefährliche Übersäuerung im Gewebe. Um Mineralien ging es auch an einem anderen Stand, der dazu eine Fülle von Halbedelsteinen, Marmor aus Pakistan sowie filigrane Tiergravuren aus farbigem Speckstein anbot. Unvorstellbare 150 Millionen Jahr alt sollte versteinertes Holz sein, das aus Madagaskar stammt. Textile Patchworkarbeiten mit aufwändig gestalteten Rosenmustern, Porzellan, Gefäße, Tabletts und Bilder in Serviettentechnik, Schmuck und Bonsai-Pflanzen in verwirrender Vielfalt sowie zwei Bücherstände komplettierten die Ausstellung. Spielstationen für Kinder mit "Didi" Ostermeier, Schminken und ein Bücherflohmarkt sowie Infostand des Kinderschutzbundes Schaumburg stießen ebenfalls auf großes Interesse. Ein Zusatz-Highlight traf noch am Nachmittag ein: der Doktorsee-Express, mit dem die Jazzband vor ihrem Abschied eine Ehrenrunde drehte und der anschließend andere Fahrgäste aufnahm. Darunter war so mancher, der den ganzen Tag beim Rosenfest verbrachte.

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  • Floristin Maria Diehl kennt sich aus mit neuen Rosensorten: "Bald wird es auch Rosen ohne Dornen geben", meint sie optimistisch. Fotos: sig
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  • Warum nicht Blütenblätter in Kindergesichter zaubern, wenn man schon Rosenfest feiert?!
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