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Wieder gehen an der Scheier Retholzstraße Bäume ein / Allee weist inzwischen deutliche Lücken auf

Kupfernägel in Bäume - Umweltfrevler schlägt zu

Scheie (rc). Der Baumfrevel an der Retholzstraße in Scheie reißt nicht ab. Bei Baumpflegearbeiten entdeckten Gärtner des Bauhofes, dass entlang der Obstbaumallee in mehrere ältere Obstbäume bis zu sechs Kupfernägel geschlagen worden waren. Mehrere Bäume mussten aufgrund der aufgetretenen Fäulnisschäden inzwischen gefällt werden. Ob in weitere Bäume Nägel getrieben worden sind, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Bereits im vergangenen Sommer waren entlang der Obstbaumallee frisch gepflanzte Bäume aus der Erde gezogen und neben das Pflanzloch gesetzt worden, so dass mehrere dieser Bäume abstarben (wir berichteten).

Landschaftsplanerin Ilse Büscher an der Retholzstraße: Nach dem

Während eines Ortstermins bezifferte die Landschaftsplanerin der Stadt Bückeburg, Ilse Büscher, den Schaden auf inzwischen mehrere 1000 Euro. Allein die Neuanpflanzungen 2005 hätten mit 1000 Euro zu Buche geschlagen, die Schadenssumme für die älteren Bäume liege noch deutlich darüber. Nach ihren Zählungen sind in den vergangenen drei Jahren insgesamt zehn ältere Obstbäume eingegangen. Auch von den Ergänzungspflanzungen ist inzwischen weitüber die Hälfte abgestorben: Nur noch nackte Halte pfähle stehen trostlos in der Landschaft. Wer der unbekannte Umwelttäter ist, darüber konnte Büscher nur spekulieren. Sie wies aber darauf hin, dass der Feldrandstreifen auf insgesamt zwölf Meter Breite im Besitz der Stadt ist und damit städtisches Eigentum beschädigt wurde. Bei den Anpflanzungen sei zudem extra darauf geachtet worden, dass die Bäume südlich der Retholzstraße gepflanzt wurden. "Im Sommer wird dadurch der Weg und nicht die Felder verschattet, Landwirte haben keine Ernteausfälle zu befürchteten." Wie Büscher weiter sagte, gilt für den Außenbereich die Baum- und Heckenschutzverordnung des Landkreises. Jeder Eigentümer, in diesem Fall die Stadt, sei daher verpflichtet, für Ersatzanpflanzungen zu sorgen. Mit einer Mär - Bäume sterben ab, wenn in sie ein Kupfernagel genagelt wird - räumte die Landschaftsplanerin auf: Kupfernägel würden zwar leicht toxisch wirken, ein einzelner Nagel aber würde vom Baum abgeschottet, so dass keine weitere Fäulnis in den Stamm eindringen könne. Anders sei es aber bei mehreren Nägeln, gegen die ein Baum mit seinen Schutzmechanismen nicht mehr ankomme. Fäulnis dringt ein - egal ob Kupfer oder Blech.

Dunkle Kanäle und der Rest eines Nagels im Stamm: Dieser Obstbau
  • Dunkle Kanäle und der Rest eines Nagels im Stamm: Dieser Obstbaum hat den Frevel eines unbekannten Täters nicht überlebt. Fotos: rc
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