weather-image
30°
Ilsemann weist Busemann-Vorwurf zurück

"Kultusminister verkauft Eltern für dumm!"

Landkreis. In ungewöhnlich scharfer Form hat der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Eckhard Ilsemann, den Vorwurf von Kultusminister Busemann zurückgewiesen, die IGS und der Landkreis hielten bewusst an einer Vierzügigkeit fest, obwohl sie achtzügig sein könnte und verhindere so die Aufnahme von weiteren Kindern an dieser Schule.

"Die Art und Weise wie der niedersächsische Kultusminister versucht, die Schaumburger Eltern für dumm zu verkaufen, ist unerträglich." Seit der durch die CDU-Landesregierung veranlassten unsäglichen Schulstrukturreform mit ihren fatalen Folgen für die Hauptschule und ihrer Schüler und dem zusätzlich verursachten enormen Platzbedarf für die Gymnasien sei hinlänglich bekannt, zu welchen Raumproblemen dies gerade am Standort Stadthagen geführt habe. "In der Hitliste der Pannen und Peinlichkeiten scheint der Kultusminister den ersten Platz in der Landesregierung anzustreben." Der Landkreis sei daher gezwungen gewesen, unter erheblichen finanziellen Anstrengungen die Gymnasien auszubauen und habe allein dadurch in den letzten drei Jahren über 18,7 Millionen Euro investieren müssen. "Am Standort in Stadthagen haben wir alles ausgereizt, weiterer Schulraum ist auch in absehbarer Zeit nicht verfügbar", führt Ilsemann weiter aus. "Selbst wenn sich die Möglichkeit einer Erweiterung ergäbe, ist damit nicht im mindesten gewährleistet, dass alle Kinder aufgenommen werden könnten. Bei einer seit Jahren konstanten Anmeldezahl von über 400 bis 500 Schülern haben wir im Landkreis Bedarf für mindestens drei weitere Gesamtschulen und das nicht zentral in Stadthagen, sondern verteilt über den Landkreis z.B. in den Schulzentren, wo bei entsprechendem Bedürfnis auch kooperative Gesamtschulen entstehen könnten." Es sei an der Zeit, dass der Kultusminister "endlich zur Kenntnis nimmt, dass das von ihm so genannte gegliederte und differenzierte Schulwesen gerade auch im demografischen Wandel zu schweren Schäden für Wirtschaft und Gesellschaft führt". Das Einrichtungsverbot für Gesamtschulen müsse sofort aus dem Niedersächsischen Schulgesetz verschwinden, fordert Ilsemann und fragt abschließend: "Oder gilt der freie Elternwille in Niedersachsen nur für die Befürworter des dreigliedrigen Schulsystems?"

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare