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Zukunftsforum Bakede-Böbber-Egestorf besucht Filmwelt-Center von Martin Netter

Kult-Raumschiff ist gelandet

Bakede. Aus den unendlichen Weiten des Universums ist es 2006 – fast unbemerkt von der lokalen Öffentlichkeit – am Ortsrand von Bakede gelandet. Seitdem fristen Teile der Kulisse des Kult-Raumschiffs „Enterprise“ ihr Dasein in der Enge zweier Lagerhallen. Mittendrin die legendäre Brücke auf der Captain Kirk, der Vulkanier Mr. Spock („Faszinierend!“) und ihre 60er-Jahre-Crew so manches TV- und Filmabenteuer zu bestehen hatten. „Ich war zehn Mal in den USA und habe nach der Auflösung der Paramount-Studios 1500 Einzelpositionen gekauft“, berichtet Martin Netter beim Besuch der Mitglieder des Zukunftsforums Bakede-Beber-Egestorf.

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Autor:

Christoph Huppert

Ortsbürgermeister Rolf Wittich lässt es sich natürlich nicht nehmen, auf dem Originalsitz von Captain Kirk Platz zu nehmen. Dabei erfährt er von Netter Hintergrundinformationen zu dessen Science-Fiction-Sammlung. Die ist mit 150 000 Exponaten die weltweit größte zu den Themen „Star Trek“, „Star Wars“ und „Battlestar Galactica“. „Nachdem die Paramount Pictures die Star Trek-Filme und -serien abgedreht hatten, wurden sämtliche Kostüme, Requisiten und viel Zubehör eingelagert, teilweise sogar verschrottet.“ Beim Londoner Auktionshaus Christie’s und bei Direktverkäufen in den Staaten erwarb Martin Netter beinahe das komplette Archiv mit dem Ziel, es der Nachwelt zu erhalten.

Was in Bakede seitdem zu sehen ist, kommt einem Gang durch die Film- und Technikgeschichte gleich. „Alles noch richtige Handarbeit, hergestellt mit Laubsäge und Rubbelbuchstaben, und beleuchtet von kleinen Glühbirnchen, die hinter Transparentfolien ein- und ausgeschaltet werden“, erklärt Netter. Kulisse und viele Einzelteile stammen noch aus dem analogen Zeitalter. Auch schuhkartongroße Handys und blinde Analogschalter machen deutlich, dass, seit Captain Kirk auf dieser Brücke kommandiert hat, rund 50 Jahre vergangen sind.

Nur zwei Prozent der Ausstellungsstücke werden allerdings momentan gezeigt. „Martin schafft das alles alleine nicht“, so Rolf Wittich. Für ihn ist Netters Filmwelt ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, dessen Potenzial für die drei Dörfer aber auch für ganz Bad Münder genutzt werden sollte. Ob nun Hochzeiten, ein kleines Café, ein Museum oder gar Restaurant – Ideen zur Wiederbelebung gibt es viele, doch es fehlt an Personal.

Überregional dagegen haben Martin und Beate Netter reichlich Beachtung gefunden. Immer wieder werden die Requisiten für Werbeaufnahmen und kleinere Filme angefragt. Auch ihr Internethandel mit Star Trek-Artikeln floriert. Was Netter vor 35 Jahren als Sammler begonnen hat, das sollte nach Meinung des Zukunftsforums nun endlich wirksamer für die Selbstdarstellung des Ortes genutzt werden. „Wir suchen deshalb interessierte Mitarbeiter, die mithelfen wollen“, so Wittich. Höchste Zeit also, dass das gute alte Raumschiff „Enterprise“ aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, jemand die Brücke betritt, das klassische Kommando „Energie!“ gibt und mit Warp-Geschwindigkeit wieder in ferne, unbekannte Welten aufbricht.

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