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62. Ausstellung in der Wandelhalle: "ART I.G." aus Bad Driburg zeigt Werke von 33 Kunstschaffenden

Künstlerblick auf die Zeit - das Maß aller Dinge

Bad Eilsen (ch). Zu dem Thema "Zeit" hat Dr. Udo Kressin, Leiter des Kreativ- und Freizeitbereichs des Rehazentrums Bad Eilsen, die 62. Kunstausstellung in der Wandelhalle eröffnet. Ein Thema, das wohl jeden Besucher ansprechen wird. 33 Künstler der Künstlervereinigung "ART I.G." des Kulturvereins Art Driburg haben ihre kreativen Ideen in vielen Bildern und Objekten zur Schau gestellt. "So viele Künstler und Bilder hatten wir hier noch nie in der Wandelhalle", konnte Kressin stolz verkünden.

"Zeitwende" von Christiane Gamradt. Repro: ch

Der Kontakt zur Künstlervereinigung kam vor zwei Jahren zustande, als Kressin bei einem Konzert in Blomberg zu Gast war. Dort stellte auch Heiner Stiene, Mitglied von "ART I.G.", einige seiner Werke aus. Kressin lud ihn ein, doch einmal nach Bad Eilsen in die Wandelhalle zu kommen. "Dass dieses so große Wellen schlagen würde und eine so große Künstlervereinigung dahinter stand, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht." Heiner Stiene freut sich: "Für uns ist es die erste Ausstellung außerhalb unserer Region, und ich muss zugeben: Es ist ein gelungener Versuch." Zum gleichen Thema habe man auch in Bad Driburg schon ausgestellt. Prof. Dr. Helga Kämpf-Jansen, Kunstprofessorin an der Universität Paderborn und zugleich Vorsitzende von "ART I.G.", ist mit dem Zustandekommen der Ausstellung shr zufrieden. "Viele Künstler wollten noch mehr Objekte und Bilder ausstellen, aber der Platz ist begrenzt, und so hat sich jeder auf zwei bis drei Werke beschränkt." Sie gab eine Einführung in das Thema "Zeit". Die Ausstellung erinnere jeden Besucher daran, unter welchen Aspekten wir es heute im Alltag eigentlich mit "Zeit" zu tun hätten. Man könne Zeit nicht sehen, schmecken oder fühlen; der Mensch habe zwar fünf Sinne - aber eben keinen für die Zeit. Kämpf-Jansen erinnerte an Redensarten wie "gute Zeiten, schlechte Zeiten", "das verflixte 7. Jahr", "der Morgen danach" oder auch der Ausruf "Ach du liebe Zeit" und schlussfolgerte: "Zeit ist das Maß aller Dinge." Dennoch müsse man fragen: "Was meinen wir eigentlich mit Zeit; welche Zeit ist überhaupt gemeint?" Jeder von uns habe eigene Zeit-Vorstellungen und Zeit-Erfahrungen. Sie sei zu lang, wenn wir auf jemanden warten müssten; sie sei zu kurz, wenn wir schöne Momente erlebten. Kämpf-Jansen: "Wenn wir in die Kunst eintauchen, dann gibt es kein Bewusstsein mehr für Zeit, wir vergessen die Zeit. Heute versuchen wir die Zeitspuren festzuhalten." Viele Künstler hätten in ihren Objekten mit temporären Gegenständen gearbeitet. Denn: "Die Zeit der Kunst ist länger als die Zeit des Menschen". Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni, täglich von 6 bis 22 Uhr, in der Wandelhalle des Rehazentrums zu sehen.

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