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Landeskirche verabschiedet Superintendent Joachim Liebig nach Dessau

Künftig an einem neuen Ort, aber im gleichen Weinberg des Herrn

Bückeburg/Dessau-Roßlau. Während eines festlichen Gottesdienstes in der vollbesetzten Friller Kirche ist Superintendent Joachim Liebig am vergangenen Sonntag von Landesbischof Jürgen Johannesdotter verabschiedet und von seinen Amtspflichten entbunden worden. Liebig war im Herbst zum Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche Anhalts gewählt worden. Er tritt seinen Dienst am morgigen Neujahrstag in Dessau an.

Jeder Abschied ist auch ein Neubeginn: Direktor Andreas Schindle

Landesbischof Jürgen Johannesdotter sprach dem scheidenden Superintendenten den Dank der Landeskirche aus. Man sei einerseits traurig über den Weggang Liebigs, zugleich aber auch stolz darauf, dass er in das Amt des Kirchenpräsidenten gewählt worden sei. "Ich bin sicher, dass sie ihr Amt an neuem Ort, aber imgleichen Weinberg des Herrn mit gleicher Treue und Tatkraft ausüben werden wie in Schaumburg-Lippe", sagte der Landesbischof. Ein Grußwort für die Kirche Anhalts sprach Andreas Schindler, Mitglied der anhaltinischen Kirchenleitung und Leiter des Diakoniewerks "Kanzler von Pfau'sche Stiftung" in Bernburg. Er wisse wohl, dass die Friller ihren Pastor und Superintendenten ungern ziehen ließen, doch könne er versichern, dass Liebig "in gute anhaltinische Hände fällt, dass er dort gebraucht wird und auch sein Auskommen haben wird". Liebig hatte zuvor Abschiedsworte an die Gemeinde gerichtet. Es blieben Erinnerungen an gute, aber auch an schwere Zeiten. Dazu habe auch Begleitung der Menschen in Trauer und Leid gehört. Liebig bat auch um Verzeihung für das, was er schuldig geblieben sei. Dankbar sei er für ein gesegnetes Leben mit seiner Familie während seiner Dienstzeit in der Gemeinde Frille. Ein großes Anliegen sei ihm die Renovierung der Kirche gewesen. Während eines Empfangs im Gemeindehaus nahmen Vertreter der Kommunen, Vertreter von Gemeindegruppen sowie Kollegen die Gelegenheit wahr, sich von Familie Liebig zu verabschieden. Ein schweres Motorrad und ein Rennrad - das sind Joachim Liebigs Leidenschaften. "Zu kirchlichen Anlässen fahre ich mit der Maschine aber nicht, das ist nur für Pausen zwischendurch", sagt der 50-Jährige. Mit seinem Rennrad hat er sportlichen Ehrgeiz entwickelt: 2007 absolvierte er einen 200-Kilometer-Rundkurs um Minden - in acht Stunden. Wie viel Zeit für seine Hobbys im neuen Amt noch bleiben wird, weiß Liebig nicht. Für ihn war es eine Überraschung, als er 2007 von Synodalpräses Alwin Fürle angerufen und gefragt wurde, ob er sich einen Wechsel in das Amt, das einem Bischofsamt entspricht, vorstellen könne. Seither ist Liebig mehrfach in Sachsen-Anhalt gewesen. Die anhaltische Landeskirche ist mit 49 000 Mitgliedern die kleinste unter den 23 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Den Stellenwert allein nach der Mitgliederzahl zu bemessen, ist typisch deutsch und eine Ausnahme imökumenischen Vergleich weltweit", meint Liebig nüchtern. Anderswo verfügten die Kirchen über 15 000 Mitglieder, und das Gemeindeleben funktioniere trotzdem.

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