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Bauamt lässt Giebel abstützen / Gedenken im Silvestergottesdienst in St. Nikolai

Kripo: Brandursache vermutlich Defekt in der Elektroinstallation

Rinteln (wm). Der Kriminalermittlungsdienst bei der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg geht davon aus, dass das Feuer in der Ostertorstraße in der Nacht von Samstag auf Sonntag (wir berichteten) durch einen technischen Defekt in der Elektroinstallation des Hauses entstanden ist. Wie Martin Lange, Leiter des Fachkommissariats I gestern auf Anfrage betonte, gebe es zurzeit keine Hinweise auf eine andere Brandursache. Eine detaillierte Untersuchung der teilweiseälteren Elektroleitungen im Haus sei schon deshalb schwierig, weil alles im Löschwasser und Löschschaum festgefroren sei. Demnächst werde ein Sachverständiger die Kabel prüfen.

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Weil der Giebel des Brandhauses nicht mehr als sicher gilt, habe das Bauamt gestern einen Statiker hinzugezogen, teilte Volker Kierat vom Tiefbauamt mit. Ergebnis: Der Giebel musste gestern abgestützt werden. Pastorin Astrid Bunselmeyer, die in der Brandnacht auch als Notfallseelsorgerin tätig war, will für die bei dem Schadenfeuer ums Leben gekommene 76-jährige Seniorin zu Beginn des Silvestergottesdienstes am Mittwoch um 17 Uhr in der Nikolaikirche ein Gedenken halten, Fürbitte für die Angehörigen und einen Dank an die Rettungskräfte, die in der Nacht vor Ort waren. Dirk Rauchfuss aus Exten, der in der Samstagnacht die Polizei alarmiert hat, berichtete gestern, als er mit seiner Frau, die er vom Dienst in einer Klinik abgeholt hatte, vor dem brennenden Haus gestanden habe, seien bestimmt fünf, vielleicht zehn Autos vorbeigefahren, ohne dass jemand ausgestiegen sei und gefragt habe, ob er helfen könne. Die meisten Autofahrer hätten nur kurz gestoppt, geschaut und seien dann weitergefahren. Er habe noch versucht, die Eingangstür des Hauses zu öffnen. Geholfen habe dann ein ausländischer Mitbürger vom Haus nebenan und ein junger Mann sei mit einem Vorschlaghammer gekommen. Aber durch den beißenden Qualm und das Feuer sei es nicht möglich gewesen, in das Haus zu kommen. Kurze Zeit später sei dann auch die Feuerwehr da gewesen. Irritiert hat den Helfer auch, dass er nach Wählen des Notrufes zuerst in Nienburg gelandet sei: "Die mussten dann erst nach Rinteln weiterverbinden, das hat gedauert." Die Feuerwehr berichtet, das Haus sei nicht zu retten gewesen, auch weil sich das Feuer in kurzer Zeit durch die Hohldecken ins Obergeschoss gefressen habe. Feuerwehrleute mussten das Dach teilweise abdecken,über Steckleitern und die Sparren auf das Dach klettern, um von oben zu löschen, weil die Brandnester über die Drehleiter nicht zu erreichen waren. Am Sonntagmorgen um 1.50 Uhr hatte das Feuer wieder ein Ausmaß erreicht, dass sich die Feuerwehr entschloss, den gesamten Dachstuhl und die Geschosse mit Schaum einzudecken, um die Brandnester endgültig zu ersticken.

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