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Polizeikommissariat Nenndorf stellt Zahlen für 2006 vor / Rund 55 Prozent der Fälle gelöst / Betrügereien im Internet

Kriminalstatistik: Beste Aufklärungsquote seit Jahren

Nenndorf/Rodenberg (fox). In den Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg lebt es sich verhältnismäßig sicher. Das geht aus der Statistik für das vergangene Jahr hervor, die im Nenndorfer Polizeikommissariat vorgestellt worden ist. Michael-Andreas Meier und der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Harald Calsow, können sich dabei gegenseitig auf die Schultern klopfen: 2006 erzielte die Polizei mit rund 55 Prozent die beste Aufklärungsquote seit zehn Jahren.

Die Polizei arbeitet erfolgreich wie lange nicht mehr, "allesüber 50 Prozent Aufklärung ist prima", erklärte Meier. Die Beamten des Kommissariats haben sich mit dem Ergebnis leicht gesteigert. Im vergangenen Jahr waren es noch 52 Prozent. Kein Vergleich zu 1995: Damals konnten nur knapp 33 Prozent der Delikte aufgeklärt werden. Als "erfreulich" empfinden Meier und Calsow auch den Rückgang der Körperverletzungen in den Samtgemeinden. Vom Tief in 2001 mit 83 Fällen und der Spitze mit 149 Übergriffen 2005 sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 131 gemeldete Taten. Die Polizei bringt diesen Rückgang mit der Schließung der Großraumdiskothek an der Bücke thaler Landwehr in Verbindung. Gebessert hat sich aus Meiers Sicht auch die Zahl der Sexualdelikte. ElfÜbergriffe wurden der Polizei im vergangenen Jahr gemeldet. Gerade einmal rund ein Drittel der bekannten Fälle aus 2003. Das Gesamtaufkommen der Straftaten lag 2006 bei 1935 Taten. Calsow schreibt die Steigerung zum Vorjahr um 341 Fälle größtenteils der Internetbetrügerei zu. Diese sei mit den gemeldeten Fällen von Fälschungs- und Vermögensdelikten "exorbitant" gestiegen. Waren es 2005 noch 288, zählte das Kommissariat im vergangenen Jahr 550 Fälle. Besonders die Häufung der Plagiatsfälle in Sachen Mode und Parfüm(Calsow: "In unserer Asservatenkammer hat es wochenlang wie in einer Parfümerie gerochen") sowie Internetbetrügerei seien für diesen Sprung verantwortlich. "Man glaubt gar nicht, wie blauäugig einige Menschen sind", sagte Calsow. Viele hätten nur die Dollarzeichen in den Augen und später komme die große Ernüchterung. Die Ermittlungen seien in dem Bereich zwar kriminaltechnisch nicht anspruchsvoll. Jedoch aufwendig und zeitraubend. Dass die Zahl der Online-Betrügereien steige,merke Meier auch an der "hervorragenden" Kooperation mit dem Internet-Auktionshaus "Ebay". "Früher bekamen wir Datensätze innerhalb weniger Tage - heute bekommen wir die auch. Aber mit dem Vermerk, dass es zwei bis vier Wochen dauern könne." "Viel getan" habe die Polizei im Bereich der "Tageswohnungseinbrüche". Von 87 Fällen in 1996 ist die Zahl dieser Einbrüche in 2006 auf neun zurückgegangen. Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Bereich der Kinderkriminalität. Im vergangenen Jahr sei kein Kind (bis 14 Jahre) mehr tatverdächtig geworden. Für Meier und Calsow ist dies unter anderem Spiegel der Präsenz an Grundschulen.

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