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Freie Kassenwahl bei gesetzlichen Krankenkassen / Wechselfristen beachten

Krankenkasse schließt – und jetzt?

Landkreis (blc). Immer mehr Krankenkassen müssen ihre Pforten schließen. Nach der City BKK hört jetzt die BKK für Heilberufe zum Jahresende auf. Tausend Krankenkassen gab es Mitte der 90er Jahre, derzeit sind es bundesweit noch 156. Nach Ansicht der Politiker würden 30 bis 50 Krankenkassen vollkommen ausreichen. Man kann davon ausgehen, dass weitere Krankenkassen schließen oder fusionieren werden. Aber was bedeutet eine Schließung für den dort Versicherten? Was muss man tun, wenn man erfährt, dass die eigene Krankenkasse geschlossen wird?

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Eine neue Kasse suchen: Es gilt die freie Kassenwahl, jede gesetzliche Krankenkasse muss Sie als Mitglied aufnehmen. Der Versicherungsschutz bleibt lückenlos bestehen. Allerdings nehmen einige Betriebskrankenkassen nur Betriebsangehörige ihrer Firmen auf. Listen über alle wählbaren Krankenkassen gibt es bei Ihrer Kasse und im Internet.

Wechselfrist beachten: Pflichtversicherte können innerhalb von zwei Wochen wechseln, freiwillig Versicherte haben drei Monate Zeit. Wählt ein pflichtversicherter Arbeitnehmer nicht rechtzeitig selbst eine neue Kasse, wird er vom Arbeitgeber bei einer Krankenkasse seiner Wahl angemeldet. So ist ein lückenloser Versicherungsschutz in jedem Fall sichergestellt. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder Hartz IV übernimmt die Bundesagentur für Arbeit das Anmelden, bei Rentnern der Rentenversicherungsträger.

Freiwillig Versicherte: Aufpassen müssen Arbeitnehmer, die ihre Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Wenn sie ihre dreimonatige Wechselfrist ungenutzt verstreichen lassen, können sie sich nur noch privat krankenversichern. Das gilt auch für in der GKV versicherte Beamte und Pensionäre sowie sonstige freiwillig Versicherte und Einzelselbstständige.

Laufende oder bereits genehmigte Leistungen: Bis zum letzten Tag erfüllt die schließende Krankenkasse genehmigte Leistungen. Die neue Kasse übernimmt danach die Leistungsansprüche, ebenso Krankengeld-Zahlungen. Im Zweifelsfall klären die Krankenkassen untereinander, wer für diese Leistungen aufkommen muss. Diese Regelungen gelten auch für Leistungen der bisherigen Pflegekasse.

Information ist wichtig: Informieren Sie die neue Krankenkasse so schnell wie möglich über den bestehenden und weitergehenden Leistungsbezug (Reha-Maßnahme, Krankenhausaufenthalt, Krankengeld, Pflegeleistungen). Informieren Sie außerdem die bisherige Krankenkasse umgehend darüber, für welche neue Kasse Sie sich entschieden haben. Damit ist ein reibungsloser Übergang gewährleistet. Die neue Versicherung kann keine Kenntnis über laufende oder bereits genehmigte Leistungen haben. Betroffene Mitglieder sollten ihre neue Kasse deshalb möglichst schnell darüber informieren. Diese kann die Kostenübernahme zeitnah klären und damit Verzögerungen vermeiden.

Familienmitglieder mit versichern: Gibt es Familienmitglieder, die bislang beitragsfrei mitversichert gewesen sind, müssen bei der neuen Krankenkasse angegeben und beantragt werden.

Arbeitgeber informieren: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger oder das Jobcenter über die neue Krankenkasse. Daueraufträge kündigen und neu einrichten, sofern der Kassenbeitrag über Dauerauftrag gezahlt wurde.

Versichertenkarte: Von der neuen Krankenkasse gibt es auch eine neue Versichertenkarte. Die alte sollte spätestens dann entweder vernichtet oder zurückgegeben werden.

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