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Spezialbett für die Intensivstation wird bei Bedarf ausgeliehen

Krankenhaus: Rotationsbett senkt Sterblichkeitsrate

Rinteln (la). Im Kreiskrankenhaus Rinteln ist vor kurzem zum ersten Mal ein Rotationsbett zur Unterstützung der Behandlung eines Patienten mit Lungenversagen erfolgreich eingesetzt worden.

Bei schweren entzündlich-infektiösen Erkrankungen des Bauchraums kommt es gelegentlich zum lebensbedrohlichen Lungenversagen - ein Krankheitsbild, bei dem die Sauerstoffaufnahme und später auch die Kohlendioxydabgabe nicht mehr ausreichend funktionieren. Betroffene Patienten müssen künstlich beatmet und in einen narkoseähnlichen Schlafzustand versetzt werden. Zur Verbesserung der schwer geschädigten Lungenfunktion müssen solche Patienten jeden Tag für acht bis zwölf Stunden auf den Bauch umgelagert werden. Diese Maßnahme bedeutet hohen pflegerischen Aufwand und ist nicht ohne Risiken. Mit Hilfe eines Rotationsbettes kann auf die problematische Bauchlagerung verzichtet werden, da die Lungenfunktion durch ständige langsame Drehbewegung des Patienten zwischen Links-Schräglage und Rechts-Schräglage entscheidend verbessert werden kann. Das notwendige Rotationsbett leiht sich das Krankenhaus Rinteln bei Bedarf aus. "Das Spezialbett kann sehr kurzfristig ausgeliehen werden. Die Anschaffung wäre aber wesentlich zu teuer", erläutert der Chefarzt der Anästhesie, Dr. Friedrich-Wilhelm Eichler. Bei dem mit der neuen Technik behandelten Patienten konnte die Beatmungsdauer deutlich verkürzt werden, die Lungenfunktion normalisierte sich schnell. Die das Lungenversagen auslösende Erkrankung des Bauchraumes wurde durch das Rintelner Chirurgenteam um Oberarzt Heinrich Schultz erfolgreich behandelt. Der Patient konnte nach drei Wochen Krankenhausaufenthalt geheilt nach Hause entlassen werden. Das Pflegeteam der Intensivstation unter Leitung von Bernd Pusch und dasärztliche Team unter Leitung von Dr. Eichler ist überzeugt, dass diese neue unterstützende Behandlungsform bei Patienten mit schwerem Lungenversagen dazu beitragen kann, die Sterblichkeitsrate, welche derzeit noch bei 30 Prozent liegt, weiter zu senken.

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