weather-image
17°

Konzert mit einem Schauspieler

EGESTORF. Ein Konzert mit Erklärungen hat so seine Vorzüge, denn nicht jeder Musikfreund hat ein profundes Wissen über den Komponisten. Nach dem Konzertbesuch im Schaafstall dürften die Besucher zumindest eine konkretere Vorstellung von den Komponistenpersönlichkeiten Robert Schumann und Franz Liszt haben.

Der russisch israelische Pianist Roman Zaslavsky war im Schaafstall zu Gast. Der Schauspieler Felix von Manteuffel (kleines Bild) erzählte dazu passend vom Leben und Schaffen der Komponisten Robert Schumann und Franz Liszt. Fotos: Voigtmann

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Dass beide beachtliche Klaviermusik geschrieben haben, das wurde durch das beeindruckende Spiel Roman Zaslavskys deutlich. Der begnadete russisch-israelische Pianist hat erst kürzlich in einem Bewerbungsverfahren um eine Professur in Wien den Zuschlag bekommen und hatte dabei den Vorzug vor mehreren Hundert Bewerbern erhalten. Nach der erfolgreichen Teilnahme an vielen internationalen Wettbewerben spielte er mit zahlreichen renommierten Orchestern in Spanien, Italien, Deutschland und Latein Amerika. Seine internationale Karriere führte ihn zu den Konzertbühnen in Israel, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Spanien, Frankreich, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko und Brasilien.

Zaslavsky widmete sich im Schaafstall mit großem Körpereinsatz dem Lauf der Partituren, die ihm bei beiden Komponisten ein dynamisches Spiel abverlangten. Dabei hatte er die Notenblätter nicht einmal vor sich liegen.

Von Schumann, der 1810, ein Jahr vor Franz Liszt geboren ist, spielte er die Arabeske Opus 18. Bevor Schumanns symphonische Etüden Opus 13 erklangen, betrat der Schauspieler Felix von Manteuffel die Bühne, um den Komponisten und sein Leben mit angenehmer Stimme für das Konzertpublikum vorzustellen. Man sagte von Robert Schumann, er habe als Genie begonnen und als Talent geendet, und seine späten Werke seien von seiner in eine Nervenheilanstalt führenden Krankheit geprägt, in der er 46-jährig verstarb. Doch seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert hat sich der Blick auf Schumanns Schaffen verändert. Sein Gesamtwerk wird nun anerkannt, und er gilt als einer der großen romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts.

270_0900_96471_lkbm_Konzert_Manteuffel_gho.jpg

Nach einer Pause widmeten sich Zaslavsky und von Manteuffel dem Schaffen Franz Liszts. Zwei Sonette des Dichters Petrarca (1304 bis 1374) bildeten die Grundlagen für die beiden Kompositionen, die am Anfang dieses zweiten Konzertteils standen.

Der in Ungarn geborene Franz Liszt ist fraglos mit 1300 Kompositionen einer der produktivsten Komponisten seiner Zeit. Genial, wie auch Schumann, den er im Frühjahr 1840 in Leipzig und Dresden trifft.

Mit dem „Après une lecture de Dante: Fantasia quasi Sonata“ in der sich Liszt mit der Göttlichen Komödie Dantes befasst, endete der Konzertabend. Allerdings bewirkte der lang anhaltende Applaus, dass Roman Zaslavsky sich noch zweimal an den Flügel setzte, um zwei Intermezzi von Johannes Brahms zu spielen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare