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Künstliche Sonne erhöht das Hautkrebsrisiko / Verboten für Jugendliche unter 18

Knackige Bräune birgt Risiken in sich

Landkreis (blc). Für viele gehört der regelmäßige Gang ins Solarium zum festen Programm. Schön braun zu sein gilt immer noch als attraktiv und wird mit Gesundheit und Vitalität gleichgesetzt. Wie gefährlich ist der häufige Besuch der künstlichen Sonne wirklich? Was sollte dabei beachtet werden?

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Wie oft ist ein Sonnenbad vertretbar? Mehr als 50 Sonnenbäder – Sonnenbad und Solarium zusammen – im Jahr sollten es nicht sein, raten Experten. Auch zur Vorbereitung auf den Urlaub ist die Sonnenbank nicht geeignet. Dermatologen nennen acht Besuche im Solarium mit jeweils etwas 20 Minuten als Höchstgrenze.

Zertifiziertes Sonnenstudio wählen: Das Bundesministerium für Strahlenschutz hat eine Zertifizierungsrichtlinie für einen Mindeststandard zum Schutz der Kunden vor zu hoher UV-Belastung herausgegeben. Ein Studio mit der Zertifizierung hat das Siegel „Geprüftes Sonnenstudio“ sichtbar angebracht.

Ein gutes Institut muss: Eine Hauttypberatung für Erstbesucher zwingend vornehmen, eine Schutzbrille aushändigen und auf die unbedingt erforderliche Benutzung derselben hinweisen. Ferner sollte auch bei Stammkunden gefragt werden, welche Medikamente derzeit eingenommen werden. UV-Strahlen und Medikamente passen nicht immer zusammen. So können Antibiotika fotoallergische Reaktionen auslösen. Weibliche Kunden werden von gutem Personal drauf hingewiesen, sich abzuschminken. Die Dauer der Erstbesonnung wird vorher je nach Hauttyp festgelegt. Für häufigere Besuche wird ein Dosierungsplan erarbeitet.

Hautkrebsgefahr: Es gibt keine UV-Strahlung, ob Sonne oder Solarium, die zwar die Haut bräunt, aber jegliche Veränderung der Haut ausschließt. Besonders gefährdet sind junge Menschen unter 30. Bei Jugendlichen liegen die Zellschichten, die die Hautproduktion steuern, dichter an der Oberfläche als bei älteren Menschen. Damit können sie leichter geschädigt werden. Dermatologen schätzen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, bei Sonnenbankbesuchern unter 30 Jahren mit 75 Prozent ein.

Verboten für Jugendliche unter 18 Jahren: Nachdem viele Betreiber sich nicht an freiwillige Selbstverpflichtungen hielten, hat der Bundestag ein Gesetz erlassen, das Jugendlichen unter 18 Jahren den Gang zur künstlichen Sonne verbietet.

Keine Münzeinrichtung für Anfänger: Gerade Erstbesucher sollten keine Sonnenbank wählen, in der sie auf sich selbst gestellt sind. Es muss gut ausgebildetes Personal vor Ort sein.

Nicht einölen: Vor dem Sonnenbad sollte der Körper nicht mit Sonnenöl behandelt werden, das die Bräunung intensiviert. Dabei können die Strahlen möglicherweise so tief eindringen, dass Verbrennungen hervorgerufen werden können. Stattdessen wird eine kosmetische Beratung zum Schutz der Haut empfohlen.

Sonnenbank desinfizieren: Mindestens ein bis zwei Minuten muss das Desinfektionsmittel einwirken, bevor es abgewischt wird. Sonst besteht das Risiko, dass Bakterien nicht abgetötet sind. Im Zweifel eigenes Desinfektionsmittel mitnehmen.

Solarium kann zur Sucht werden: Die künstliche Bräune wird mit Wohlbefinden gleichgesetzt und regelmäßige Besuche können zur Sucht werden. Wer den Gang zur Sonnenbank wegen des wohligen Gefühls braucht, sollte stattdessen einmal einen Saunagang versuchen oder sich eine Massage gönnen. Für die braune Haut gibt es mit Selbstbräunern kostengünstige Alternativen.

Zu hohe, zu lange und zu häufige Bestrahlungen auf der Sonnenbank können schwerwiegende Folgen haben. Wer auf sein künstliches Sonnenbad nicht verzichten möchte, sollte auf Qualitätsstandards achten und die Dauer der Bestrahlung nach seinem Hauttyp festlegen lassen. Foto: shock/Fotolia.com

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