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Klüt und Schöt sind die Spitzenreiter

Preise

Hameln (ni). Für Dirk Wente ist es eine gute Nachricht: Die Grundstückspreise in Hameln sind auch 2010 stabil geblieben. „Die Klage, dass man für seine Immobilie nichts mehr bekommt, können wir nicht bestätigen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Hameln unter Berufung auf den jüngsten Grundstücksmarktbericht.

Wente ist Mitarbeiter des Hamelner Katasteramtes, das offiziell einen Titel trägt, den sich niemand merken kann: „Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen, Regionaldirektion Hameln.“

Der dort angesiedelte Gutachterausschuss, so dessen Vorsitzender Uwe Strauß, „ist eine behördengleiche Institution, die vollkommen unabhängig arbeitet und für Transparenz auf dem Grundstücksmarkt sorgen soll“. Das Gremium wertet jedes Jahr die im Katasteramt gesammelten Daten aller notariell beglaubigten Grundstücks-Kaufverträge aus und ermittelt auf Basis dieser Daten die Durchschnittspreise für bebaute und unbebaute Grundstücke, Eigentumswohnungen sowie landwirtschaftliche Flächen. Daran beteiligt sind Bausachverständige und Architekten, Makler, Banker und Experten aus dem Bereich der Landwirtschaft.

Die Informationen stehen jedem Interessierten zur Verfügung. „Käufer und Verkäufer können sich bei uns nach diesen Grundstückswerten erkundigen, und jeder erhält die gleiche Antwort“, sagt Wente. Wie zum Beispiel, dass der Quadratmeterpreis für ein Grundstück mit Haus am Kaninchenberg und den umliegenden Straßen durchschnittlich 150 Euro beträgt und damit zum Teuersten gehört, was der Immobilienmarkt in der Rattenfängerstadt zu bieten hat. Nur der Schöt kann da noch mithalten. Um zehn Euro niedriger liegt er am Klüt-Südhang und auf 110 Euro sinkt er in dem Bereich zwischen Klüt-straße und Weser. In der Innenstadt schwankt der Grundstückspreis je nach Geschäftslage zwischen 150 und 1500 Euro; am billigsten wird es mit 50 Euro an den Ausfallstraßen.

Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Gebiet der Stadt sind im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren nahezu unverändert geblieben. Nur bei den Reihenhäusern haben sie leicht nachgegeben. Alles in allem, so Strauß, „bewegt sich Hameln konstant auf einem relativ günstigen Niveau.“ Verkäufer erzielten für ihre Häuser zwar keine Spitzenwerte, müssten aber auch keinen Einbruch des Marktes befürchten.

Der Verkauf von unbebauten Grundstücken in der Stadt ist 2010 laut Gutachterbericht gegenüber dem Vorjahr von 67 auf 39 zurückgegangen (ein Minus von 42 Prozent); der von bebauten von 284 auf 213 (minus 25 Prozent). Zugelegt hat dagegen der Verkauf von Eigentumswohnungen – und zwar um 13 Prozent auf 194. Dr. Claus Uhde interpretiert diesen Anstieg als Zeichen des Vertrauens in den heimischen Immobilienmarkt, „Der Kauf von Eigentumswohnungen ist oft eine Kapitalanlage“, so der Leiter der Regionaldirektion und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses. Und im Gegensatz zu Amerika gelte die in Deutschland eben immer noch als sicher.

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