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Handballverband schließt HSB zum Saisonende aus dem Spielbetrieb wegen fehlender Gemeinnützigkeit aus

"Kleinkrieg" zwischen HVN und HS Bückeburg

Handball (ni). So richtig zur Ruhe kommt Bernd Schramme zurzeit nicht. Kaum wurde dem Vorsitzenden und Trainer des Frauenhandball-Regionalligisten HS Bückeburg 04 vom Präsidium des Norddeutschen Handballverbandes (NHV) mitgeteilt, dass seinem Klub die kurz zuvor entzogene Spielberechtigung wiedererteilt wird, muss sich der HSB-Boss mit dem nächsten Problem herumschlagen.

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Um ordentliches Mitglied im Handballverband Niedersachsen (HVN) zu werden, muss ein Verein gemäß Verbandssatzung Mitglied im Landessportbund (LSB) sein sowie LSB und HVN den Nachweis der Gemeinnützigkeit - sprich einen Freistellungsbescheid vom Finanzamt - vorgelegt haben. Bislang allerdings wurde weder dem LSB noch dem Verband von Seiten der HSB 04 laut HVN-Geschäftsführer Gerald Glöde genau dieser Bescheid vorgelegt. In einem Schreiben habe der LSB den Verband am 13. Februar darüber in Kenntnis gesetzt, dass die HSB 04 bei Vereinsgründung zunächst eine Mitgliedschaft mit besonderem Status erhalten habe. "Da die HSB auf den Nachweis der Gemeinnützigkeit gegenüber dem LSB aber bis heute verzichtet hat, sind die Voraussetzungen für eine Aufnahme in den HVN entfallen", sagt Glöde. Die bisherige vorläufige Mitgliedschaft ende mit Ablauf dieser Saison. Das werde dem Bückeburger Verein in den nächsten Tagen mitgeteilt. Schramme räumt ein, dass er nicht gewusst habe, dass der Verein diesen Status der Gemeinnützigkeit wirklich braucht. "Das war mein Fehler." Er habe aber vor rund zwei Wochen Kontakt mit Glöde gehabt und diesem dabei mitgeteilt, dass er dieses Problem umgehend aus der Welt zu schaffen gedenke. "Wir hatten bereits eine außerordentliche Mitgliederversammlung und haben eine Satzungsänderung beschlossen", berichtet Schramme. "Danach geht's umgehend zum Notar." Der Eintrag ins Vereinsregister sei nur eine Frage der Zeit. Auch mit dem LSB und dem Finanzamt habe er sich schon in Verbindung gesetzt. "Ich hoffe, dass ich den Freistellungsbescheid bis Freitag oder Sonnabend habe." Aber reicht ein derart verspäteteter Nachweis der Gemeinnützigkeit? "Herr Schramme hat seit Juli 2004 Zeit gehabt, die Sache zu regeln", gibt sich HVN-Geschäftsführer Glöde reserviert. "Wir sagen jetzt ?njet' - es reicht." Allerdings könne er Entscheidungen des Präsidiums und des Spielausschusses nicht vorgreifen. Schramme selbst sieht die Sache noch gelassen. "Bis jetzt habe ich keine Post bekommen." ImÜbrigen werde das Kapitel HSB 04 im Sommer ohnehin zugeschlagen, kündigt er an. Das habe aber nichts mit dem kaum zu verhindernden Abstieg aus der Regionalliga zu tun. "Wir bemühen uns, das Ding in ruhigeres Fahrwasser zu bekommen." Das heißt: Schramme möchte mit seinen Schützlingen in einem Verein - wahrscheinlich außerhalb Bückeburgs - einen Neuanfang starten. Allerdings auf vorzeigbarem sportlichen Niveau. Deshalb hofft er, das Oberliga-Spielrecht als Morgengabe in eine solche Liaison mitbringen zu können. "Ich werde eine Spielklassen-Übertragung beim Verband beantragen." Er sehe"mehrere Optionen" und habe auch schon mit einigen Vereinen diesbezüglich Kontakt geknüpft, um deren Interesse abzuklopfen. "Mit dem MTV Auhagen habe ich lose gesprochen", nennt Schramme ein Modell, schließlich gebe es mit diesem Klub bereits eine funktionierende Jugendkooperation. "Es gibt abereinige Varianten - ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir uns einem anderen Bückeburger Verein anschließen." Unter Zeitdruck sehe er sich nicht. "Wir haben bis zum 30. Juni Zeit, einen Antrag auf Spielklassen-Übertragung zu stellen." Bis dahin werde man eine Lösung zu Wege gebracht haben. "Es hat schon mal geklappt, warum nicht auch ein zweites Mal", sieht er der Entscheidung des HVN in puncto Spielrecht entspannt entgegen. Und was sagt der Handballverband Niedersachsen? "Das Spielrecht automatisch mitzunehmen, das gibt es nicht", betont Glöde. "Das kann nur auf Antrag übertragen werden." Auch hier können er Entscheidungen des Präsidiums und des Spielausschusses allerdings nicht vorgreifen. "Das muss man sich genau anschauen." Sollte sich der HVN gnadenlos zeigen, die bisher vorläufige Mitgliedschaft der HSB nicht in eine ordentliche umwandeln und am Ende der Saison eine Spielklassen-Übertragung nicht genehmigen, "machen wir einen Schnitt", so Schramme. "Dann werden die Spielerinnen eben in anderen Vereinen Handball spielen."

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