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Landkreisüberarbeitet Verordnung / NNG will Abbau-Antrag im Herbst stellen

Klares Signal für den Kamm-Erhalt: Messingsberg bleibt im Schutzgebiet

Rinteln (crs). Ein klares Signal für den Erhalt des Messingsberg-Kamms kommt vom Landkreis: In der überarbeiteten Version der Landschaftsschutzverordnung "Weserge- birge" bleiben sowohl der Kamm des Messingsbergs als auch das bisherige Steinbruchgebiet Bestandteil des Schutzgebiets - trotz anderslautender Stellungnahmen der Fürstlichen Hofkammer und der Norddeutschen Naturstein GmbH (NNG).

"Ein Abbau des Kamms ist mit uns nicht zu machen", stellt Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz klar. Diese deutliche Positionierung des Landkreises - vom Kreisumweltausschuss durch das Ja zur Landschaftsschutzverordnung in seiner Sitzung am Donnerstag so einstimmig abgesegnet - dürfte direkte Auswirkungen auch auf die Entscheidung des Gewerbeaufsichtsamts haben: Das entscheidet als zuständige Genehmigungsbehörde nämlich über den noch ausstehenden Antrag der NNG auf Kammabtrag und hatte wiederholt signalisiert, sich nicht über das Votum des Landkreises hinwegsetzen zu wollen. Mit der Landschaftsschutzverordnung habe der Landkreis ein "gewisses Faustpfand" in der Hand, über das man mittelbar Einfluss nehmen könne, so Müller-Krahtz: "Das bedeutet für uns: Das Vorhaben wird nicht genehmigt." Die Norddeutsche Naturstein GmbH hält dennoch an ihren Plänen fest, den Kamm abzutragen. "Im Oktober, spätestens im November werden wir den Antrag stellen", kündigt NNG-Geschäftsführer Uwe Werner an. Die zeitliche Verzögerung begründet er mit langwierigen Gutachten - so seien ein Sprenggutachten sowie eine weitere Expertisenoch in Arbeit. Bis zur Sommerpause sollen zudem zwei Arbeitskreise zu den Themen Rekultivierung/Renaturierung sowie Tourismus gebildet werden. Zurzeit sucht die NNG einen unabhängigen Moderator, der die Runde aus Vertretern von Kommunen, Naturschutz- und Tourimusverbänden im Gespräch mit der NNG leiten soll. Von den Ergebnissen dieser Arbeitskreise beeinflussen lassen will sich die NNG in ihrem grundsätzlichen Ziel, den Kamm abzutragen, aber nicht: "Wir sind offen für Anregungen", sagt Werner - aber: "Unter der Prämisse des Kammabtrags." Überarbeitet wird die Landschaftsschutzverordnung "Wesergebirge", weil sie - wie zehn von insgesamt 19 Verordnungen des Landkreises - noch auf den Vorschriften des Reichsnaturschutzgesetzes beruht, was in der Praxis zu erheblichen Problemen bei der Rechtsanwendung führte. Das Verfahren zum Landschaftsteil "Wesergebirge" hatte die Kreisverwaltung seit dem Steinrutsch am Messingsberg zunächst ruhen lassen - eben weil eine Entscheidung zur Zukunft des Kamms ausstand. Die aber ist jetzt getroffen.

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