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Superintendent begrüßt Kooperationen

Kirchenkreistag: Blickeüber den Tellerrand

Apelern (nah). Die Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg können vorerst aufatmen. In den kommenden vier Jahren gibt es voraussichtlich keine neuen großen Sparmaßnahmen. Wie Superintendent Andreas Kühne-Glaser jedoch in seinem Ephoralbericht vor dem Kirchenkreistag hervorhob, zwingen knappere Finanzen die Gemeinden dazu, "über den Tellerrand hinaus" zu schauen. Der Blick zu benachbarten Kirchtürmen trage erste Früchte.

Superintendent Andreas Kühne-Glaser. Foto: nah

Superintendent Andreas Kühne-Glaser konnte bereits im Vorfeld der jetzt in Apelern abgehaltenen Tagung Entwarnung geben: Die Landeskirche habe bereits ihre Zustimmung zu dem bis einschließlich 2012 gültigen Stellenplan erteilt. Nur in der Region Obernkirchen-Auetal musste eine Lösung gefunden werden, weil die Pfarrstelle in Hattendorf ab 2010 um die Hälfte gekürzt wird. Dort erhofft sich der Superintendent ein Konzept der Zusammenarbeit. Er lobte die Gründung eines regionalen Fördervereins in den Rintelner Gemeinden, um kirchliche Arbeit besser finanziell absichern zu können, und begrüßte strukturelle Veränderungen im Wesertal, wo sich Fischbeck, Hessisch Oldendorf, Weibeck-Krückeberg und Großenwieden zu einem gemeinsamen Pfarramt verabredet haben. Als "ex tremste Form der Kooperation" bezeichnete er die freiwillige Zusammenlegung der beiden Gemeinden Kathrinhagen und Rolfshagen. Er freute sichüber "Beharrlichkeit und Mut", befürchtete aber gleichzeitig, dass es "nie ganz ohne Verletzungen und Enttäuschungen abgeht". Kühne-Glaser glaubt, dass weitere Zusammenlegungen dieser Art in den kommenden Jahren folgen werden: Es gebe keine Alternativen, um "zukunftsfähig bleiben" zu wollen. Vor den Gemeindevertretern bestätigte Kühne-Glaser, dass zwei neue Mitarbeiter am 1. Januar ihren Dienst antreten werden. Diakonin Carina Sittig wird vom Dienstsitz in Rodenberg aus die Jugendarbeit zwischen den Gemeinden enger vernetzen. Die auf fünf Jahre genehmigte Projektstelle finanzieren zu gleichen Teilen Landeskirche und Kirchenkreis. Die Stelle von Diakon Thomas Schlichting teilen sich die beiden Kirchenkreise Grafschaft Schaumburg und Neustadt/Wunstorf. Er befindet sich momentan noch in einer Ausbildung zum "Fund raiser" und wird diese Aufgabe auch künftig wahrnehmen. Schlichting will dabei nicht nur Spendengelder einwerben. Er will unter anderem mehr ehrenamtliche Helfer gewinnen, die eigene freie Zeit kirchlicher Arbeit zur Verfügung stellen. Für das Kirchenkreisamt kündigte der Superintendent eine weitere personelle Veränderung an. Neuer Stellvertreter für Leiterin Andrea Furche wird Peter Ehrlicher. Er tritt die Nachfolge des aus gesundheitlichen Gründen von dieser Aufgabe entbundenen Horst Friedrich an.

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