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Äußerung bei Stadtteilbegehung stößt auf Unverständnis

Kiosk-Betreiber besteht auf Entschuldigung der SPD

Bückeburg (bus). Eine von der Hofwiesen-Begehung des Bückeburger SPD-Ortsvereins überlieferte Äußerung stößt im Umfeld des Schlosspark-Kiosks auf großes Unverständnis. Mehr noch: Betreiber Manfred Heitmann - "ich war richtig böse, als ich das gelesen habe" - hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet und besteht auf einer Entschuldigung. "Der Mann,der die Behauptungen aufgestellt hat, ist meines Wissens noch nie hier gewesen und kann sich eigentlich gar kein Urteil erlauben", fasst der Betreiber sein Entsetzen in Worte.

Im Umfeld des Schlosspark-Pavillons gibt es viel Rückenwind für

Während der Begehung hatte der sozialdemokratische Spitzenkandidat für den Bückeburger Stadtrat (zweiter Platz auf der Liste eins) und Bewerber um ein Kreistagsmandat, Albert Brüggemann, in Bezug auf den Pavillon gesagt: "Damit habe ich große Bauchschmerzen, hier trifft sich Bückeburgs Klientel." Hier würden "Erfrischungen in kleinen Flaschen getrunken". Die Behauptungen erfüllen nach Einschätzung Heitmanns zumindest den Tatbestand der üblen Nachrede. Ein Blick ins "Innenleben" des wenige Quadratmeter schmächtigen Holzbaus bestätigt die Darstellung des Pächters, lediglich ein ausnehmend überschaubares Angebot von "Erfrischungen in kleinen Flaschen" vorzuhalten. Bei genauer Betrachtung reduziert sich das Angebot auf einen Kräuterlikör der Gattung "Kümmerling". "Wir haben nicht einmal Weinbrand", unterstreicht Heitmann. Höherprozentig als Bier seien lediglich Wodka-Feige, Korn und - auf den besonderen Wunsch einer der Fürstlichen Hofreitschule verbundenen Gräfin - eine Flasche Gin. Heitmann, der den Kiosk seit dem 1. März 1990 betreibt, gibt zu, in früheren Zeiten mitunter von "Sorgenkindern" besucht worden zu sein. Diese Besuche habe er indes über eine rigide Preispolitik in den Griff bekommen. "Dann kostete die Flasche Bier halt fünf Mark", verrät der Ex-Schiffsführer. Heute zählten in dem 60 Sitzplätze umfassenden Areal zahlreiche Antialkoholiker zu den Stammgästen. Den geschäftlichen Bereich dominierten Touristen, sehr gefragt seien Souvenirs. Zu den Rennern zählten von einer Firma in Coburg eigens angefertigte Trachtenpuppen. Der 65-jährige Inhaber, der sich frühmorgens nicht zu schade ist, Hunde-Exkremente persönlich zu beseitigen, bekommt derzeit Rückenwind von allen Seiten. "Auch uns hat das blanke Entsetzen erfüllt", gibt etwa Sigmund Graf Adelmann zu Protokoll. Heitmann sei ein sehr freundlicher, hilfsbereiter und diskreter Mensch, bedeutet der Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, "so eine Art kleines Herz für den Schlossbereich". Darüber hinaus fülle der Pavillon die Rolle der "wichtigsten Sozialstation" in diesem Gebiet aus. Die Darstellung Brüggemanns sei "töricht". Zudem habe er, unterstreichtAdelmann mit Blick auf die Kundschaft, "hier noch niemals jemanden forttorkeln sehen".

Manfred Heitmann
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