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Braucht das Auetal keine Jugendarbeit? / Jugendzentren nicht ausgelastet

Kino-Nachmittag und keiner geht hin

Auetal (la). Der Ruf nach mehr Jugendarbeit und Jugendzentren im Auetal ist groß gewesen, aber das inzwischen laufende Angebot wird nur geringfügig angenommen. Braucht das Auetal keine Jugendarbeit?

Jugendpflegerin Anne Matthias wirbt weiter bei den Jugendlichen

Jugendpflegerin Anne Matthias, die seit Juli 2007 im "Amt" ist, gibt sich mit ihrem Team alle Mühe, die Kinder und Jugendlichen mit den verschiedensten Angeboten zu locken, aber viel zu oft ist das Interesse nur gering. Am Sonntag war in Kathrinhagen ein Kino-Nachmittag mit einem Disney-Film, Popcorn und Pizza geplant, aber es kamen keine Kinder. Auch die Kicker-Turniere, die in den Herbstferien in den Jugendzentren in Rolfshagen und Rehren angeboten wurden, waren nur mäßig besucht, eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund musste mangels Masse abgesagt werden, und zu einem Bastelabend kamen nur wenige Kinder. "Es ist schon ärgerlich, dass die Angebote nicht so gut angenommen werden. Unsere Jugendpflegerin ist am Wochenende im Einsatz, kauftein, bereitet vor und steht dann allein da. Ich weiß auch nicht, warum das so ist", sagte Bürgermeister Thomas Priemer auf Anfrage. Wahrscheinlich sei die Jugend heute von Angeboten übersättigt. "Wir brauchen ein Jugendzentrum in Rehren, und auch das in Rolfshagen muss wieder aktiviert werden", hatten viele Eltern und auch Politiker gefordert. Daraufhin waren Verwaltung und Politik tätig geworden. In Rehren wurde im Juni dieses Jahres das "LOFT" (Leben, Offenheit, Freundschaft, Treffen) im Obergeschoss des Feuerwehrhauses im Gewerbegebiet eröffnet und in Rolfshagen das JUZ (Jugendzentrum) in der ehemaligen Schule renoviert und vor acht Wochen offiziell eingeweiht. Nachdem sich in Rehren zunächst 20 bis 25 Kinder und Jugendliche regelmäßig trafen, ist die Zahl inzwischen auf etwa zehn geschrumpft. In Rolfshagen kommen nur sechs bis acht Kinder in das Jugendzentrum. "Ich weiß nicht, woran es liegt, dass unsere Angebote nicht so gut angenommen werden, wie wir gehofft hatten. Vielleicht sind Kino und Pizzaessen nicht der Renner, aber es gibt ja auch andere Angebote, die die Jugendlichen nutzen können", sagt Anne Matthias. Im "LOFT" gibt es zwei Kicker-Tische und Computer mit Internetanschluss. "Hier können die Jugendlichen im Internet surfen und auch ihre Hausaufgaben erledigen", wirbt die Jugendpflegerin. In Rolfshagen stehen ein Billard- und ein Tischtennistisch zur Verfügung. Natürlich kann alles kostenfrei genutzt werden. Noch ist Anne Matthias zuversichtlich, dass die Jugendarbeit in Zukunft besser angenommen wird. "Nach der Halloween-Party in Rolfshagen sind einige Kinder mehr in das JUZ gekommen, und auch in Rehren konnte ich mich über neue Gesichter freuen", so Anne Matthias. In diesem Jahr sind in beiden Einrichtungen noch einige Veranstaltungen geplant. Unter anderem ein HipHop-Workshop und vorweihnachtliche Basteltermine und Weihnachtsfeiern. Im nächsten Jahr sollen vierteljährlich Veranstaltungskalender verteilt werden. "Damit die Jugendlichen frühzeitig planen können. Für Vorschläge für Veranstaltungen sind wir immer dankbar", so Anne Matthias. Das "LOFT" in Rehren ist dienstags und donnerstags von 17 bis 20.30 Uhr geöffnet und das JUZ in Rolfshagen dienstags von 17 bis 20.30 Uhr und sonnabends von 14 bis 18 Uhr. Kinder ab 12 Jahren sind die Zielgruppe der Jugendpflegerin. "Aber natürlich werden auch Jüngere nicht weggeschickt", sagt Anne Matthias.

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