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Verknüpfung unterschiedlicher Hilfsansätze im "Weidenkorb" / Familien-Hilfe-Zentrum geplant / 50 Plätze

Kinderschutz und Eltern-Förderung gehen Hand in Hand

Bückeburg (bus). Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe "Weidenkorb" wird voraussichtlich im Mai dieses Jahres in ein Familien-Hilfe-Zentrum umgewandelt. "Das Zentrum soll unterschiedliche Hilfe-Ansätze miteinander verbinden", erläutert Weidenkorb-Leiter Lothar Jensen. Pädagogische und therapeutische Hilfen spielten ebenso wichtige Rollen wie Hilfe zuhause.

Lothar Jensen

Die 2003 gegründete private Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe hält in mehreren Wohn- und Tagesgruppen Kapazitäten für etwa 50 Kinder vor. Jeweils ein Standort befindet sich in Rinteln, Lübbecke und Friedewalde; zwei Tagesgruppen sind in Bückeburg beheimatet, wo an der Bahnhofstraße 12 auch die Verwaltung des 37 Mitarbeiter starken Unternehmens ihren Sitz hat. Der derzeit größte Einrichtungsteil ist die Therapeutische Übergangshilfe (18 Plätze) in Müsingen. "Wir verstehen uns nicht als Heim im herkömmlichen Sinn", sagt Jensen. Im Weidenkorb stünden der Erhalt der Familien und die Zurückführung der Kinder im Vordergrund aller Aktivitäten. "Den Kinder ist von Anfang an bewusst, dass sie nur vorübergehend bei uns sind", erklärt der frühere Leiter der Kleinenbremer Gotteshütte. Der Wechsel - entweder zurück zu den Eltern, in eine Pflegefamilie oder eine familienanaloge Wohngruppe - sei immer ein Thema. Die Verweildauer der Kinder erreiche selten ein komplettes Jahr. "Mal sind es zwei, ein anderes Mal elf Monate", schildert der Pädagoge. Ein wesentlicher Aspekt erfolgreicher Arbeit sei es, den mitunter stark irritierten jungen Gästen eine Wohlfühlumgebung zu bieten. Von der überaus geschmackvollen und kindgerechten Gestaltung des Müsinger Domizils haben sich während des jüngsten örtlichen Schnatgangs etliche Müsinger ein Bild gemacht. "Von der äußeren zur inneren Ordnung", nennt Jensen ein Schlagwort, das dem unmittelbaren Lebensraum einen bedeutsamen Part in der Entwicklung zukommen lässt. Im Familien-Zentrum derüber die Entgeltsätze der Jugendämter finanzierten Einrichtung wird die psychologisch-pädagogische Jugendhilfediagnostik einen zentralen Stellenwert erhalten. Das Angebot kann nur über die zuständigen Jugendämter nachgefragt werden. Allerdings steht den Eltern nach dem Jugendhilfegesetz ein Wunsch- und Wahlrecht zur Verfügung. Generell sei die Verbindung der Weidenkorbmitarbeiter zu den Eltern recht rege. Jensen: "Überprüfungen erfolgen nicht vom grünen Tisch aus, wir halten ständig Kontakt mit den Eltern." Schutz der Kinder und Förderung der Eltern gingen Hand in Hand.

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