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Umfrage: Mehrheit der Eltern wünscht acht Stunden / Kein Mangel an Plätzen: 32 noch unbelegt

Kinderbetreuung auch sonntags und nachts?

Rinteln (wm). In Rinteln gibt es zurzeit keinen Mangel an Kindergartenplätzen - im Gegenteil: Nach dem derzeitigen Stand sind zum Januar nächsten Jahres noch 32 Kindergartenplätze unbelegt. Zurzeit sind sogar noch 68 Kindergartenplätze frei - allein in Deckbergen, wo der Kindergarten jüngst erweitert worden ist, 14 Plätze, im Nikolai-Kindergarten, in Möllenbeck und Hohenrode je sieben Plätze.

Wobei das nur eine Momentaufnahme sein könne, machte Erster Stadtrat Jörg Schröder bei der jüngsten Sozialausschusssitzung deutlich, die Zahlen könnten sich monatlich ändern. Unabhängig davon sei die grundsätzliche Tendenz klar: Die Geburtenzahlen gehen zurück, an Kindergartenplätzen mangelt es nicht: "Wir müssen niemanden nach Hause schicken." Insgesamt gibt es in der Stadt Rinteln 774 Kindergartenplätze, einschließlich der Spielkreis- und Nachmittagsplätze. Davon 554 vormittags, 147 ganztags und 73 nachmittags. Krippenplätze für Kinder im Alter von einem bis drei Jahren gibt es in der Wichtelburg (25), im Kindergarten Steinbergen (14), im Kindergarten Hohenrode (abhängig von der Zahl der zu betreuenden Kinder ab zwei Jahren) und am Kreiskrankenhaus (11). Dazu kommen noch 60 Plätze im Hort Breite Straße für Kinder ab Schulbeginn bis zum 14. Lebensjahr. Anders die Situation bei denÖffnungszeiten: Gleichstellungsbeauftragte Kirstin Büthe hatte 103 Elternpaare mit Kindern unter drei Jahren angeschrieben und nach ihren Bedürfnissen befragt. 41 Elternpaare haben geantwortet. Die Mehrheit wünsche sich Betreuungszeiten von acht Stunden, sechs Elternpaare an Wochenenden, vier sogar in der Nacht, schilderte die Gleichstellungsbeauftragte den Sozialausschussmitgliedern. "Die Öffnungszeiten", so Kirstin Büthe, "sind der Knackpunkt." Im Ausschuss war man sich nach kurzer Diskussion einig, dass Wochenend- wie Nachtbetreuung nur auf dem freien Markt zu haben sei, das könne die Kommune nicht leisten. Eine Nachmittagsbetreuung für Kinder werde dagegen, wo notwendig, eingerichtet - was wiederum sicher nicht an allen Kindergärten möglich sein werde, sondern schwerpunktmäßig, um Gruppen voll zu bekommen. Es sei nicht realistisch, "dass sich zwei Erzieherinnen nachmittags um drei Kinder kümmern". Die richtige Adresse, um Elternwünsche zu erfahren, seien hier die Kindergärten selbst, betonte Schröder. Man habe jüngst bei den Eltern der neu eröffneten Kinderkrippe an der Wichtelburg nach dem Bedarf für eine Nachmittagsbetreuung gefragt - zehn Eltern hätten sich gemeldet. Die Umfrage soll in einem halben Jahr wiederholt werden. Schröder informierte darüber, dass die Kirchengemeinde Deckbergen als Träger des Kindergartens zurzeit überlege, ob nicht auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden können. SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann schlug vor, die Verwaltung sollte prüfen, ob der Spielkreis in Goldbeck nicht - analog zu Hohenrode - in einen Kindergarten umgewandelt werden sollte. Die Voraussetzungen dafür seien da, die Räume groß genug, die Erzieherinnen entsprechend ausgebildet. Diskutiert wurde noch die Frage, ob es bei den pauschalen 25 Euro, die das Mittagessen in den Kindergärten pro Monat pro Kind kostet, eine Sozialstaffel geben sollte. Hier stoppte die Verwaltung die Diskussion: Hartz-IV-Empfänger könnten bereits jetzt auf Antrag von diesem Betrag befreit werden. Rund 2,5 Millionen Euro hat sich die Stadt in diesem Jahr ihre Kindergärten kosten lassen. So hoch sind Zuschussbedarf für städtische Einrichtungen, Betriebskostenzuschüsse für kirchliche Kindergärten und den kreiseigenen Kindergarten sowie Zuschüsse für die Mittagsmahlzeiten.

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