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Investorengruppe möchte Beckedorfer Immobilie kaufen / Gemeinderat entscheidet am 15. Oktober

Kinder- und Jugendheim in alter Schule?

Beckedorf. Seit gut anderthalb Jahren steht die alte Grundschule in Beckedorf leer. Nach der Schließung des Standortes hatte die Gemeinde schon einige Ideen für die Nachnutzung in Betracht gezogen – Seniorenwohnungen, Musikschule, Kinderbetreuung (wir berichteten). Jetzt wird es erstmals konkret: Eine Investorengruppe hat offenbar großes Interesse bekundet, die Immobilie zu kaufen, um dort ein Kinder- und Jugendheim einzurichten.

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Autor:

Kirsten Elschner

Das teilt Bürgermeister Dieter Wall (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung mit, nachdem er die vergangenen Wochen noch ein großes Geheimnis aus diesen Plänen gemacht hatte. Nun berichtet er: Die Gespräche liefen seit rund einem halben Jahr. Politisch sei jedoch noch keine Entscheidung gefällt worden. Aber: „Wir befinden uns in der finalen Beschlussphase.“ Am 5. Oktober werde das Thema im Sozialausschuss vorbereitet. Am 15. Oktober ist der mögliche Verkauf Hauptthema der Gemeinderatssitzung.

Sollten sich die Politiker auf den Verkauf einigen, wolle der Investor sofort loslegen, sagt Wall, der sich bewusst ist, dass ein Kinder- und Jugendheim mitten im Dorf „ein brisantes Thema“ ist. Nicht jeder im Rat sei von der Idee begeistert, in unmittelbarer Nähe der Kindertagesstätte ein solches Heim zu eröffnen, meint der Bürgermeister. Schließlich sei ja auch mit „Problemkindern“ zu rechnen. Man habe auch Erfahrungsberichte über das bereits etablierte Kinderheim in Lüdersfeld eingeholt. Dieses liege allerdings weiter außerhalb der Ortsmitte als die alte Schule.

Wall persönlich würde das Vorhaben jedenfalls begrüßen. Die Kinder und Jugendlichen könnten dann auch die angrenzende Turnhalle nutzen. Das würde sich finanziell positiv für die Kommune auswirken, denn seit der Schließung der Grundschule entfalle die Nutzung durch die Schüler. Die Gemeinde könne das Geld ohnehin gut gebrauchen. Beckedorf rechnet für 2015 mit einem Haushaltsdefizit von rund 431 000 Euro im Ergebnishaushalt und rund 330 000 Euro im Finanzhaushalt. Alternativen verfolge die Gemeinde derzeit nicht. Wall: „Wir haben selbst kein Geld, um dort irgendetwas herzurichten.“kil

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