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Spezialisten vom THW am Güterbahnhof im Einsatz

Kesselwagen springt aus den Schienen

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Die Unglücksstelle befand sich nicht auf Gleisen, die von Zügen der Deutschen Bahn oder der Nordwestbahn befahren werden. Der Kesselwagen soll bereits am Montag aus den Schienen gesprungen sein, war zu hören. Der Waggon soll leer gewesen sein. Was für Stoffe zuvor darin befördert worden waren, blieb unklar. Warum der Kesselwagen aus den Schienen sprang, war nicht zu erfahren. Am Fahrzeug sei kein Schaden entstanden, hieß es. Das Gleis soll von einem Waggonbaubetrieb genutzt werden. Auf den betroffenen Schienen sollen Waggons zum Firmengelände befördert werden.

Mehr als ein Dutzend freiwilliger Helfer aus zwei Bergungsgruppen rückten am Nachmittag an. Vier Einsatzfahrzeuge steuerten den Güterbahnhof an. Für die Experten war es nicht das erste Mal, einen havarierten Waggon zurück auf die Gleise zu stellen. „Das haben wir schon öfter gemacht, einmal sogar schon eine 60 Tonnen schwere Lok“, sagte THW-Fachberater Andreas Bürgel. Aufgleisen gehöre auch zur Ausbildung, ergänzte Einsatzleiter Daniel Siebke.

Bei aller Routine, schon beim Entladen der Gerätschaften musste jeder Handgriff sitzen. Nichts durfte vergessen werden, der Weg zum Einsatzort war lang. Die Unglücksstelle lag zirka einen Kilometer außerhalb des Güterbahnhofs – im Bereich der Rangiergleise unterhalb der ehemaligen Fußgängerbrücke am BHW-Gebäude. Dorthin wurden THW-Spezialisten und Arbeitsgerät mit einem Achstransportwaggon gefahren.

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  • Einsatzkräfte befestigen Stahlseile am Kesselwaggon. Foto: fn

Fachleiter Tobias Bleibaum ließ vor Arbeitsbeginn Strom von den Oberleitungen nehmen, rief hierzu den Fahrdienstleiter und die zentrale Schaltstelle in Lehrte an. Die Bergungsgruppe baute eine Unterkonstruktion aus Holzbalken. Drahtseile wurden gespannt, Greifzüge eingesetzt.

Mit Hydraulikstempeln hoben die Spezialisten den 22-Tonnen-Koloss aus dem Schotterbett. Mehrmals mussten die Helfer mit Schwellhölzern unterfüttern und neu ansetzen. Millimeter für Millimeter zogen die Helfer den Wagen, um ihn zurück auf die Schienen zu setzen. Der Einsatz zog sich bis in den Abend hinein.

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