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Polizeipräsident spricht vor Kreisfeuerwehrverband über Einsatzleitstelle

"Keine Vorgesetzten der Feuerwehr"

Landkreis (gus). Eine Neugründung wäre nötig gewesen, damit der Kreisfeuerwehrverband über die symbolträchtige Zahl von 112 Ortsfeuerwehren verfügt. Stattdessen wurde die Feuerwehr Raden aufgelöst. Allerdings beschäftigte der Verlust des Notrufs 112 die Delegierten. "An die Zahl 110 muss ich mich erst gewöhnen", sagte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote. Auch an anderer kritischer Stelle ging es bei der Verbandsversammlung um die Polizei.

Wohin wird es die Einsatzleitstelle verschlagen? Die Delegierten

Wohin wird es die Einsatzleitstelle der Feuerwehr verschlagen, wenn, wie derzeit geplant, die Koordinationszentralen für Polizeieinsätze mit denen der Rettungskräfte zusammengelegt werden? Diese Frage beschäftige Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier ebenso wie den Polizeipräsidenten der Direktion Göttingen, Hans Wargel, und den Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Reinhard Meyer. Wenn es denn zur Kombination der Einsatzleitstellen von Polizei und Rettungsdienst komme, müsse die Zentrale in Schaumburg angesiedelt werden, meinte Schöttelndreier. Dieser spielte auf die Wahl Nienburgs als Sitz der Polizeiinspektion an. Der Landrat sprach sich indirekt gegen eine Fusion aus: "Unsere Leitstelle funktioniert vorbildlich." Meyer räumte ein, dass auf lange Sicht nicht alle derzeit existierenden Zentralen erhalten bleiben werden und warb dafür, dass einzelne Landkreise selber entscheiden, mit welcher Kommune sie "zusammengehen" wollen. Wargel zeigte Verständnis für die Worte Schöttelndreiers, erstickte aufkeimende Hoffnungen aber im Keim, indem er darauf verwies, dass wohl jeder Landkreis gerne Sitz einer kombinierten Einsatzleitstelle sein würde. Die Polizei werde aber keinesfalls durch eine solche Reform zum "Vorgesetzten der Feuerwehr". Solche Befürchtungen hatten laut Wargel andernorts für unangenehme Schlagzeilen gesorgt. Der Polizeipräsident sprach den Feuerwehrleuten seine Wertschätzung aus und lobte die Zusammenarbeit. Grote sorgte sich um den Feuerwehr-Nachwuchs. "Das Grundgerüst für flächendeckende Ausstattung mit Feuerwehren bilden die 92 Jugendfeuerwehren im Kreis. Seiteneinsteiger sind fast nicht zu verzeichnen. Daher wird der Bestand ausschließlich durch Übernahmen aus den Jugendfeuerwehren gesichert", betonte der Kreisbrandmeister. Besagtes Gerüst könne in den nächsten Jahren Risse bekommen. Sinkenden Mitgliederzahlen in den Jugendabteilungen gelte es gegenzusteuern. Hierfür hatten Grote und Kreisjugendfeuerwehrwart Frank Lohmann auch ein passendes Mittel: Die Kinderfeuerwehren müssen nach Ansicht beider Redner noch besser in die "Familie der Feuerwehr" (Lohmann) integriert werden. Außerdem seien mehr dieser Gruppen wünschenswert. "Kinderfeuerwehren sind aus meiner Sicht unverzichtbar", sagte Grote. Übrigens

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