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WGA informiert sichüber Ganztagsschule / Rektor Gundlach kritisiert Alleingang der Verwaltung

"Keine Schule mit angegliederter Suppenküche"

Rehren (maro). Nicht wenig verwundert war Auetals Grundschulrektor Carl Gundlach, als er aus der Zeitung erfuhr, dass die Gemeinde inzwischenÜberlegungen zur Einrichtung einer Mensa für einen künftigen Ganztagsbetrieb der Schule dem Bau- und Planungsausschuss vorgestellt hat. Für ihn ein "ungewöhnlicher Weg", solche Vorentscheidungen zu treffen, ohne sich vorher mit der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und dem Schulelternrat abzustimmen. Das machte Gundlach deutlich, als sich am Dienstag die Auetaler Wählergemeinschaft (WGA) mit ihrer Ratsfraktion und den WGA-Ortsvorstehern in der Schule über die Möglichkeiten zur Einrichtung einer Ganztagsschule informierte.

Dabei wurde schnell klar, dass von der von der SPD beantragten echten Ganztagsschule längst nicht mehr die Rede sein kann, seit die Landesregierung nicht bereit ist, zusätzliche Lehrerstunden zu genehmigen. Was machbar ist, nennt sich jetzt im schönsten Amtsdeutsch "Halbtagsschule mit nachmittagsspezifischem Betreuungsangebot". Und die darf man laut Gundlach nicht auf eine "verlässliche Grundschule mit angegliederter Suppenküche" reduzieren. Voraussetzung für die Genehmigung durch die Landesschulbehörde sei ohnehin ein pädagogisches Konzept, das eine sinnvolle Nachmittagsbetreuung anbietet, ohne Kinder zu benachteiligen, die nur den normalen Vormittagsunterricht besuchen. Darum gehe es nachmittags bis 15.30 Uhr allen um Förderunterricht, Hausaufgabenbetreuung und Sport- und Freizeitangebote. Bevor das pädagogische Konzept und seine räumlichen Konsequenzen nicht vom Schulelternrat und danach von der Gesamtkonferenz gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung als Schulträger verabschiedet sind, hält es Gundlach für verfrüht, dass jetzt schon endgültige Mensapläne dem Bauausschuss vorgestellt werden, zumal sich inzwischen die voraussichtliche Zahl der zu betreuenden Kinder wesentlich erhöht hat. So war Gundlach bisher nach einer Befragung der Eltern davon ausgegangen, dass nur 15 Prozent der Schulkinder (das sind etwa 50 bis 60 Kinder) für die Nachmittagsbetreuung angemeldet werden. Inzwischen sprechen aber Erfahrungen anderer ländlicher Schulen dafür, dass sich auf Dauer der Bedarf bei 30 Prozent einpendeln wird. Dann würden in einer Mensa mehr als 100 Kinder versorgt werden müssen. Einig ist sich der Schulleiter darum mit den Vertretern der WGA, dass die erste Variante der Verwaltungsvorschläge völlig indiskutabel ist. Diese Möglichkeit geht davon aus, neben der bestehenden Schulküche eine bisherige "Besenkammer" und einen kleinen Gruppenraum zu einer Mensa mit 38 Quadratmetern für 40 Essensplätze umzubauen. Dort hätten dann nicht mal die Wärme- und Geschirrwagen Platz, selbsteine Essensausgabe in zwei Schichten sei nicht möglich. Gundlachs Favorit bleibt daher der Umbau der Pausenhalle, von der Friedhelm Liwack vom Bauamt bereits versichert habe, sie sei so konzipiert, dass sie problemlos von einer offenen Halle zu einem geschlossenen Raum umgebaut werden könne. Die geschätzten Umbaukosten von 90 000 Euro sieht Gundlach als nicht so problematisch, weil nach seinen Informationen 2007 wieder Fördermittel des Landes zur Verfügung stehen werden. Dann müsste die Gemeinde nur zehn Prozent der Kosten selbst aufbringen. Für diskussionsfähig hält der Rektor auch eine Umnutzung des bisherigen Musikraums. Um dort das Platzangebot zu vergrößern, hatten WGA-Ratsherr Andreas Tegtmeier und Schoholtensens Ortsvorsteher Wilhelm Riebe angeregt, den Musikraum durch einen Anbau zu vergrößern, zumal auf dem Schulgeländedavor ausreichend Platz zur Verfügung stehe. Einig waren sich die WGA-Politiker mit dem Schulleiter, dass frühestens für das Schuljahr 2007/08 ein Ganztagsangebot realisiert werden kann. Zur Vorbereitung sollte nach Meinung des WGA-Vorsitzenden und Ratsherrn Siegbert Held in der Zwischenzeit nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden. Allerdings wandte er sich dabei gegen weitere Alleingänge der Gemeinde und forderte eine Lösung, der die Gesamtkonferenz der Schule zustimmen kann.

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