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Bedarf an "normalen" Kindergartenplätzen nicht wie erwartet rückläufig / Einstieg so bald wie möglich

Keine neuen Krippenplätze für Kleinkinder

Bückeburg (kk). Des einen Freud, des anderen Leid: In Bückeburg geht die Zahl der Kindergartenkinder nicht zurück, wie es der demografische Wandel und damit verbundene Prognosen eigentlich erwarten ließen. Positiv für die Stadt: Gute Zukunftsperspektiven, verzögerte "Überalterung" der Bevölkerung. Negativ: Es werden kurzfristig keine Kindergartenplätze frei, die zur Betreuung der Unter-Dreijährigen genutzt werden könnten. Mit den Auswirkungen dieser Entwicklung beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Jugend und Familie im Rahmen der Haushaltsberatungen.

"Unser erklärtes Ziel ist es, die Betreuung jüngerer Kinder in Krippen und Kindergärten zu verbessern", machte Anka Knechtel noch einmal deutlich. Allerdings seien die dafür erforderlichen Mittel vor dem Hintergrund gleichbleibender Kinderzahlen derzeit kaum aufzubringen, so die Ausschussvorsitzende. Fachgebietsleiter Siegfried Demjanenko von der Verwaltung gab einenÜberblick über die Lage: Derzeit gibt es 671 Kindergartenplätze in Bückeburg - zum Teil in eigenen Einrichtungen, zum Teil bei freien Trägern, die von der Stadt finanziell unterstützt werden. Diese Zahl wird auch benötigt, um den gesetzlichen Ansprüchen zu genügen - sie reicht aber nicht aus, um die Nachfrage nach Krippenplätzen zu befriedigen. Selbst die nur alsÜbergangslösung gedachte kleine Außenstelle der städtischen Kindertagesstätte in der Fürst-Ernst-Straße müsse vorerst erhalten bleiben. Demjamenko erwartet, dass es zum Ende des Jahres in einigen Kindergärten sogar eng werden könnte. Ausdrücklich erklärter Wille des Ausschusses ist es, noch vor dem Jahr 2010, wenn Betreuungsplätze für Kleinkinder Pflicht werden, einen Einstieg in diesen Sektor zu schaffen. Demjanenko kann sich hier eine flexible Lösung vorstellen: Da nicht alle Kindergärten gleichmäßig nachgefragt würden, sei es denkbar, in einige Gruppen auch Zweijährige zu integrieren und so einen fließenden Übergang zu schaffen. Es lässt sich aber nur schwer absehen, wie sich neue Baugebiete wie das Falkingsviertel mit dem Zuzug junger Familien auf den Bedarf an Kindergartenplätzen auswirken werden. Ein Trend ist aber schon jetzt erkennbar: Viele Familien sind in den vergangenen Jahren aus der Innenstadt in eigene Neubauten auf den Dörfern gezogen. Dadurch sind in der Innenstadt verhältnismäßig günstig Wohnungen zu haben, die auch von Familien mit Kindern gerne angenommen werden. Der Kindergarten-Etat der Stadt Bückeburg wird 2007 mit knapp vier Millionen Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Den größten Brocken machen darin die Personalkosten aus. 1,34 Millionen Euro sind als Einnahmen - vornehmlich Elternbeiträge - veranschlagt. Bleibt ein Zuschussbedarf von 2,6 Millionen Euro für die Stadt. Oder anders formuliert: Jede Betreuungsstunde im Kindergarten sponsert die Stadt mit 2,61 Euro. An der Gebührenschraube soll 2007 nicht gedreht werden, die Elternbeiträge sollen stabil bleiben. Die Bückeburger Eltern dürfen sich übrigens freuen: Im Vergleich zu Nachbarkommunen sind die Gebühren hier recht günstig. Für finanzschwache Familien sind Zuschüsse möglich.

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