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Gewerbegebiet-Pläne bei Rohrsen: Stadt legt Ansiedlungsmöglichkeiten dar / Supermarkt ohne Chance

Keine Bedenken gegen Spielhalle und Fastfood

Bad Münder/Rohrsen (mf). In der Debatte um ein mögliches Gewerbegebiet am Ortsrand von Rohrsen hat die Stadt jetzt noch einmal ihre Vorstellungen klar gemacht. Demnach hätte ein Supermarkt keine Chance auf Genehmigung. Willkommen wären der Verwaltung dagegen Handwerksbetriebe und produzierendes Gewerbe. Auch die Ansiedlung von Gastronomie soll möglich sein.


In einer Stellungnahme bezeichnet die Stadt ausdrücklich die sogenannte Systemgastronomie als städtebaulich geeignet – in der Regel handelt es sich dabei um Restaurantketten, die nach einem vereinheitlichten Konzept arbeiten. „Bekannte Namen wie McDonald’s oder Burger King haben aber bereits abgewinkt“, weiß Planungsamtsleiter Karl-Heinz Knigge. In der Branche gebe es jedoch noch eine Reihe weiterer Unternehmen. Alternativ denkbar sei auch ein klassischer Imbiss, wie er häufig in Tankstellennähe zu finden ist – der dann allerdings vermutlich deutlich kleiner ausfiele.

Wie berichtet, will die Mineralölfirma Mönneke ihre Eimbeckhäuser TAS-Tankstelle an die künftige Umgehungsstraße umsiedeln. Dazu hat das Unternehmen eine 1,6 Hektar große Fläche an der Abzweigung nach Rohrsen gekauft. Im Umfeld der Tankstelle möchte Juniorchef Eike Mönneke einen Gewerbepark aufbauen – unter anderem mit einem Supermarkt.

Für die Stadt kommt eine Einzelhandelsansiedlung jedoch nur in Kombination mit Handwerk oder produzierendem Gewerbe in Betracht. Für Lebensmittel sei der „autoorientierte, fußläufig nicht erreichbare Standort nicht geeignet“, heißt es. Zum einen sei der Bedarf im Stadtgebiet gedeckt, so Knigge, zum anderen dürfe den vorhandenen Nahversorgern in Eimbeckhausen und Bakede nicht das Wasser abgegraben werden. Wolle man dort die dörflichen Strukturen erhalten, sei konkurrierender Einzelhandel auf der grünen Wiese schädlich.

Keine Einwände hätte die Stadt gegen einen sogenannten Entertainment-Betrieb, wie Mönneke ihn sich auch vorstellen kann. Gemeint ist eine Automaten-Spielhalle, wie man sie zunehmend in Autobahnnähe findet.

Wenngleich Knigge und Wirtschaftsförderin Anika John in Kürze erneut das Gespräch mit Mönneke suchen wollen, sind sie doch skeptisch. Hinsichtlich der Frage, ob ein Gewerbegebiet in der geplanten Größe realistisch ist, seien Zweifel erlaubt. Zum einen wegen der Konkurrenz zum nahen Autohof Lauenau und zum anderen, weil das Verkehrsaufkommen auf der B 442 dafür möglicherweise doch nicht hoch genug sei.

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