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Kein Totschlag? Halstuch-Prozess wird neu aufgerollt

Rinteln/Bückeburg. Neun Monate, nachdem ein Rintelner verurteilt wurde, der seine Freundin im Streit mit einem Halstuch erdrosselt haben soll, wird der Fall neu aufgerollt.

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Rinteln/Bückeburg. Neun Monate, nachdem ein Rintelner verurteilt wurde, der seine Freundin im Streit mit einem Halstuch erdrosselt haben soll, wird der Fall neu aufgerollt. Der Bundesgerichtshof hat die damalige Entscheidung des Bückeburger Schwurgerichts kassiert, nachdem die Verteidigung in Revision gegangen war. Im Februar hatte das Schwurgericht auf Totschlag erkannt und zehn Jahre Haft gegen den Angeklagten verhängt.

Als Motiv für die Tat des 41-jährigen Angeklagten gilt Eifersucht. Einen Monat vor dem Mord hatte sich die Freundin, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat, von ihm getrennt, die beiden lebten aber weiterhin unter einem Dach. Die Frau war neu verliebt. Als sie in den frühen Morgenstunden des 27. September 2009 von einer Privatfeier in die Rintelner Wohnung zurückkehrte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen ihr und dem Angeklagten. Wie die Frau starb, musste während des Prozesses rekonstruiert werden, inzwischen gilt als sicher, dass der Mann die mit einem Halstuch erdrosselte.

Die Richter am Bundesgerichtshof sind nach der Prüfung des Urteils zum Schluss gekommen, dass die Feststellungen für einen Schuldspruch wegen Totschlags nicht ausreichten. Der Auftakt für den neuen Prozess ist am 12. November. Nach der Vorlage des Bundesgerichtshofs ist eine geringere Strafe denkbar.

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