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Biogasanlage: 2500 Quadratmeter müssen begradigt werden / Heute rückt die Fräse an

"Kein Strauch oder Baum musste weichen!"

Hattendorf (la). Karl-Ludwig Oldendorf und Friedrich Biesterfeld haben mit dem Bau der Biogasanlage begonnen. Zunächst wird die bereits vor einem Jahr genehmigte 500-KW-Anlage gebaut. Ob und wann die geplante Erweiterung vorgenommen wird, ist noch unklar. Dazu müssen noch die politischen Entscheidungen fallen, und die künftigen Betreiber wollen zunächst abwarten, ob die Anlage rentabel läuft.

So könnte die Biogasanlage einmal aussehen. Foto: pr.

2500 Quadratmeter Fläche werden nördlich es Hofes Oldendorf derzeit begradigt. Da der Untergrund felsig ist, rückt heute eine Fräse an, um den Stein abzutragen. "Auf dem Gelände war vorher nur Wiese. Es musste kein Strauch und kein Baum weichen", stellte Oldendorf fest. Für die Biogas-Anlage werden dann ein Technikhaus errichtet und vier Edelstahlbehälter aufgebaut. Zwei 2400 Kubikmeter große Fermenter mit einem Durchmesser von 22,5 Metern und einer Höhe von 6,28 Metern werden für die Biomasse benötigt. In einem weiteren Edelstahlbehälter wird die nach der Verarbeitung übrig gebliebene Masse gelagert. "Hier ist eine Lagermöglichkeit für 180 Tage vorgeschrieben", erläutert Oldendorf. Daher muss das Endlager 5000 Kubikmeter fassen, bekommt einen Durchmesser von 32 Metern und wird 6,12 Meter hoch. "80 Prozent der Biomasse bleiben übrig. Die sämige Masse werden wir als Dünger auf unsere Felder aufbringen", sagt Biesterfeld. Stinken werde diese Masse nicht, da sie völlig vergoren sei. Im Oktober soll die Biogasanlage in Betrieb genommen werden. Die Hälfte der Ernte, 5000 Tonnen Gras und Grünroggen, haben die Landwirte für dieses Jahr bereits eingefahren und in riesigen Plastikschläuchen gelagert. Jetzt wird noch ein bis zwei Mal Gras geerntet und im Oktober der Mais. Etwa 20 Tonnen Biomasse werden täglich für den Betrieb der Anlage benötigt. "Das wäre täglich eine Wagenladung", erläutert Oldendorf. Natürlich könne man das so aber nicht darstellen, da eben nicht täglich geerntet werden könne, sondern sich die Erntezeit auf wenige Wochen beschränkt. "Wir bewirtschaften aber nicht mehr Fläche, und das Verkehrsaufkommen ist nicht größer als bei der bislang betriebenen Viehhaltung", stellt Oldendorf klar. Selbst bei einer Erweiterung der Anlage wäre der Anliefer- und Abtransport der Biomasse unwesentlich höher. "Umgerechnet wären das dann zwei Tage Ernte mehr", so Oldendorf. Neben Gras, Grünroggen und Mais soll auch Gülle in die Biogasanlage gefüllt werden. "Damit soll die Anlage besser laufen", erklärt Oldendorf. 2500 Kubikmeter Gülle wollen die Landwirte von Gut Südhagen jährlich beziehen. Geruchsbelästigungen bräuch ten die Anwohner trotzdem nicht zu befürchten. "Die Gülle wird in einem geschlossenen Schlauchsystem in die Anlage eingebracht und dort quasi veredelt. Die Masse riecht danach nicht mehr", verspricht Biesterfeld Skeptikern. Unklar ist bislang noch die Nutzung der Abwärme, die durch die Biogasanlage entsteht. "Zunächst werden wir das 80 bis 90 Grad heiße Wasser zum Beheizen unseres Betriebes und des Wohnhauses nutzen", so Oldendorf. Auch die Halle in der die Geräte für den Winterdienst stehen, soll beheizt werden. Ein Teil der Abwärme kann allerdings nicht genutzt werden. "Dafür müssen wir langfristig eine Lösung finden", sagen die Landwirte. Gebaut wird die Biogasanlage von der Firma WELtec BioPower aus Vechta, die bereits eine große Zahl solcher Anlagen errichtet hat.

Karl-Ludwig Oldendorf (l.) und Friedrich Biesterfeld vermessen d
  • Karl-Ludwig Oldendorf (l.) und Friedrich Biesterfeld vermessen das bereits zum Teil begradigte Gelände für die Biogasanlage. Foto: la
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