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Sparmaßnahmen greifen / Vollprogramm bleibt / Volkshochschule bei Schulungen für Firmen wieder gut im Geschäft

Kein "Sommertheater": Trendwende bei VHS-Finanzen

Landkreis (jl). Ein "Sommertheater" um die Finanzen und das Leistungsangebot der Volkshochschule Schaumburg wird es in den kommenden Wochen nicht geben. Der jetzt vom Beirat erörterte Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2004/2005 weist in den Augen von Politik und Kreisverwaltung eine deutliche Verbesserung der Finanzlage aus.

Weniger Teilnehmerzahlen, weniger Einnahmen hatten die VHS in den vergangenen Jahren tiefer in die roten Zahlen getrieben als sonst. Deswegen hatte es das von Beiratsmitglied Helma Hartmann-Grolm (SPD) erwähnte Sommertheater gegeben, bei dem laut Dezernent Klaus Heimann "alles auf dem Prüfstand" gestanden hatte. Ergebnis: Das Programm behält nach den Schilderungen von VHS-Direktor Horst Quante den vollen Umfang. Es bleibt aber dabei, dass nicht mehr alle Veranstaltungen an allen Standorten angeboten werden. Nach Quantes Darlegungen haben sich besonders zahlreiche Auftragsmaßnahmen für das Job-Center und die Agentur für Arbeit positiv auf das Geschäftsergebnis ausgewirkt. Und dann ist die VHS wieder in einem Zweig im Geschäft, wo noch im vorausgegangenen Geschäftsjahr kaum etwas lief: bei Schulungen für Firmen. Der Direktor kann in seinem letzten Geschäftsbericht vor seiner Pensionierung zum 1. September unter anderem 5,3 Prozent Ertragssteigerung und 2,7 Prozent Kostenreduzierung präsentieren. Entscheidend für die VHS-Kontrolleure ist die Schlusszahl des Geschäftsberichtes, der jährliche Zuschussbedarf. Er fällt mit knapp 670 000 Euro erheblich geringer aus als kalkuliert (873 000 Euro). Wenn die VHS nicht rund 120 000 Euro für die dringend nötige Sanierung der Fassade ihrer Stadthäger Zentrale zurück gestellt hätte, würde das Minus deutlich niedriger ausfallen als im vorigen Geschäftsjahr. Der kleine Boom bei den den Maßnahmen für Arbeitsuchende hat nach den Worten des Direktors allerdings ein ernsthaftes Problem mit sich gebracht: Die VHS hat in Stadthagen akute Raumnot und muss deshalb seit geraumer Zeit improvisieren. Für die Kreisverwaltung stellt diese Entwicklung laut Heimann eine "echte Trendwende" dar. Zu diesem Urteil seien die "Betriebswirtschaftler in der Kämmerei" gekommen. Die wirtschaftliche Situation habe "anerkennenswerte Fortschritte" gemacht, gab der CDU-Landtagsabgeordnete Friedel Pörtner zu Protokoll. Hartmann-Grolm freute sich, dass die VHS wieder "einen Fuß in der Firmenschulung hat". Deswegen wird es im Herbstsemester wieder "volles Programm" geben, wie Quante ankündigte.

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