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Blutspendedienst begründet Rückzug mit zu wenigen Freiwilligen

Kein Aderlass mehr in Nettelrede

Bad Münder. Durchschnittlich werden in Deutschland pro Tag 15 000 Blutspenden benötigt. Doch die Zahl der Freiwilligen nimmt stetig ab. Das hat auch Konsequenzen für die Ortsvereine des Deutschen Roten Kreuzes, die Blutspende-Aktionen organisieren. Aufgrund der geringen Spenderzahlen bietet der Springer Blutspendedienst NSTOB seit diesem Jahr keine Termine mehr in Nettelrede an.

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Autor:

MIra Colic

Bei etwa 20 Spendern pro Termin lohne sich einfach der Aufwand nicht mehr, erklärt Jürgen Engelhardt, der für die Blutspendeorganisation in Niedersachsen, Oldenburg und Bremen verantwortlich zeichnet. „Wir kommen schließlich zu jedem Termin mit einem Arzt, einem Fahrer für den Lkw, der auch für die Materialausgabe zuständig ist sowie drei bis vier Punktionskräften.“ Deswegen habe man Anfang des Jahres den Mitgliedern des Ortsvereins Nettelrede-Luttringhausen diese Entscheidung mitgeteilt, „wir machen das natürlich nicht gerne und nur, wenn es absolut nötig ist“, so Engelhard.

Ortsvereinsvorsitzende Kerstin Meyerhoff kann sich an solch eine Mitteilung im Vorfeld nicht erinnern. Nachdem dem Verein sehr kurzfristig ein Termin abgesagt worden war, habe sie mal nachgefragt und dabei erfahren, dass dem Blutspendedienst 20 Freiwillige nicht mehr ausreichen, um ihr Team zu schicken. „Ich bin sehr enttäuscht über die Entscheidung und hoffe, dass es im nächsten Jahr doch wieder Aktionen in Nettelrede geben wird.“ Aufgeben wolle sie nicht so leicht.

Indes sieht es jedoch eher so aus, als würde es noch mehr Einschnitte in der Kurstadt geben. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es seitens NSTOB geheißen, sein Blutspendemobil nicht mehr nach Nienstedt schicken zu wollen. Die rund 35 Spender dort seien zu wenig, um das Fahrzeug, das in ganz Südniedersachsen benötigt werde, weiter einzusetzen. Dennoch findet gerade heute wieder solch ein Termin in Nienstedt statt. Der Grund dafür liegt am Poststreik, bei dem viele Einladungen zu Blutspendeterminen nicht rechtzeitig zugestellt wurden. Engelhard: „Die Spenderate in einigen Regionen ist um die Hälfte gesunken, sodass wir alle Freiwilligen gebraucht haben, die wir kriegen konnten und das Mobil häufiger eingesetzt haben, als ursprünglich geplant war.“

Tatsächlich habe der Ortsverein den zweiten Termin in diesem Jahr erst sehr kurzfristig erfahren, wie Schriftführerin Heike Wolf erklärt. Sie wisse natürlich, dass die Zahlen in den Jahren zurückgegangen seien, „die Älteren dürfen irgendwann nicht mehr spenden und die Jüngeren kommen leider nicht so stark nach“. Dass der Standort vom Blutspendedienst grundsätzlich infrage gestellt werde, sei ihr jedoch neu.

Wie es 2016 aussehe, könne er momentan noch nicht sagen, so Engelhard: „Wir haben jetzt gerade mit den Planungen angefangen, sodass ich jetzt noch keine Prognosen anstellen kann.“ Zumindest die Zahlen sprechen für ein Fortbestehen in Nienstedt, im Vergleich zum Vorjahr sind sie gestiegen, von 37 auf 41 Spender.

Grundsätzlich sei ihr Ziel, erklärt Engelhard, dass jeder Spendenwillige mit dem Fahrrad zur Aktion kommen könne. Dies sei für Bad Münder nach wie vor der Fall, zumal: „Aus unseren Unterlagen geht hervor, dass bereits ganz viele Nettelreder und Luttringhäuser auch zur Spende nach Bad Münder gekommen sind und dies werden sie sicherlich auch weiterhin tun.“ Insgesamt hätten sich auch die Zahlen der Spender in der Roten Schule (137 beim letzten Termin) sowie in Bakede (72) und Beber-Rohrsen (70) positiv entwickelt.

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