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Drei Frauen für Berlin: Gabriele Lösekrug-Möller, Jutta Krellmann und Silvia Nieber heute in der Bundesversammlung

Kaum Zweifel an einem schnellen Wahlerfolg für Wulff

Bad Münder/Berlin (mf). Sie sind drei von 1244: Wenn heute die Mitglieder der Bundesversammlung im Reichstag den zehnten deutschen Bundespräsidenten bestimmen, sind auch die beiden Abgeordneten des Bundestagswahlkahlkreises 47, Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Jutta Krellmann (Linke), sowie Bad Münders Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) als Wahlfrauen dabei.


Lösekrug-Möller und Krellmann hatten sich bereits am Montagabend in Berlin auf das große Spektakel einstimmen können. Beide Parlamentarierinnen nahmen am Sommerfest der niedersächsischen Landesvertretung teil. Mit rund 3500 Gästen, darunter Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem gesamten Bundeskabinett, geriet die Feier in diesem Jahr fast zu so etwas wie einem vorgezogenen Abschiedsfest für Ministerpräsident Christian Wulff, der heute als Favorit ins Rennen ums höchste Staatsamt geht.

Mit den Stimmen von „Lömö“ und Krellmann kann der CDU-Politiker indes nicht rechnen. Die SPD-Abgeordnete will die Kandidatur des ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers Joachim Gauck unterstützen, ihre Kollegin von den Linken die der früheren Fernsehjournalistin Lukrezia „Luc“ Jochimsen. Hatte Krellmann vor einer Woche noch durchblicken lassen, möglicherweise in einem zweiten oder dritten Wahlgang auf Gauck umschwenken zu wollen, lehnt sie dies nun kategorisch ab.

„Jemand, der unsere Partei für nicht regierungsfähig hält, kann und werde ich nicht wählen“, sagt sie bestimmt. Gleichwohl wolle ihre Fraktion sich vor jedem Wahlgang zur Beratung zurückziehen, verrät Krellmann, die erstmals einen Bundespräsidenten mitwählen darf. Sie glaube aber nicht, dass es überhaupt mehr als einen Wahlgang geben wird. „Wulff wird es vermutlich bereits im ersten Anlauf schaffen.“ Lösekrug-Möller, die bereits 2004 und 2009 Mitglied der Bundesversammlung war, tippt dagegen auf immerhin zwei Wahlgänge.

Während die beiden Bundestagsabgeordneten durch ihr Mandat automatisch Mitglieder der Bundesversammlung sind, wurde Bürgermeisterin Silvia Nieber, die gestern mit dem Zug in die Hauptstadt reiste, von der Niedersachsen-SPD als Wahlfrau benannt. Eigentlich galt das auch für Unternehmer Dr. Jochen Hahne. Doch der Wilkhahn-Chef, der bei der Landtagswahl 2008 von der SPD als Schattenwirtschaftsminister nominiert worden war, sagte aus privaten Gründen ab. Er ist am vergangenen Donnerstag in einen lange geplanten Mallorca-Urlaub gestartet.

Anders als in den Vorjahren entsenden die politischen Lager diesmal ohnehin weniger Wahlleute ohne Parlamentsmandat in die Bundesversammlung. Grund: Die Prominenz gilt zwar als schmückend, im Sinne der Parteien aber als weniger verlässlich, was ihr Abstimmungsverhalten anbelangt. Angesichts des erwartet knappen Ausgangs setzt daher insbesondere die CDU morgen vermehrt auf altgediente Parteigänger.

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