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Debatte um Weihnachtsmarkt-Standort: Brandschutz-Bestimmungen sprechen gegen alten Standort

Kaum Chancen für eine Rückkehr zur Kirche

Bad Münder (mf). „An der Kirche war es viel schöner.“ So wie die 17-jährige Johanna Prusiecki haben sich am Wochenende nicht wenige Münderaner eine Rückkehr des Weihnachtsmarktes an den alten Standort rund um Petri-Pauli gewünscht (NDZ berichtete). Die Chancen dafür sind allerdings gering.

Weniger der Standort, sondern das nasse Schmuddelwetter sorgte am Wochenende dafür, dass sich der Weihnachtsmann auf dem Markt e

Der Weihnachtsmarkt war im Jahr 2005 wegen der Bauarbeiten am Kirchturm von seinem angestammten Platz zur Marktstraße und in die angrenzende Obertorstraße verlegt worden. Ursprünglich war dies nur vorübergehend gedacht. Die Sanierung des Gotteshauses ist inzwischen abgeschlossen – der Weihnachtsmarkt aber noch immer in der Geschäftszeile zwischen Lange Straße und Rathaus. Das dürfte sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Grund sind vor allem strenge brandschutzrechtliche Bestimmungen, die den Budenzauber an der Kirche praktisch unmöglich machen. „Wir haben schon früher mehr als nur ein Auge zugedrückt“, sagt Hauptamtsleiter Heiko Knigge. Die gesetzlichen Auflagen für einzuhaltende Sicherheitsabstände und Fluchtwege seien aber in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft worden, ergänzt Tobias Pischel, der in der Stadtverwaltung für die Überwachung des Weihnachtsmarktes zuständig ist. Auch die Veranstalter – in diesem Jahr zum zweiten Mal die GeTour – seien nicht mehr bereit, ein haftungsrechtliches Risiko einzugehen. Zwar wäre eine Rückkehr des Marktes an die Kirche grundsätzlich möglich, viele Buden müssten dann aber mit feuerfesten Rückwänden ausgestattet werden, heißt es. Weil es sich bei den Standbeschickern zumeist um örtliche Vereine handele, sei dieses von den Betroffenen finanziell kaum leistbar.

Knigge räumt ein, dass der Markt früher „eine ganz besondere Atmosphäre“ versprüht habe. Und auch Peter Nehmann, der als ehemaliger Chef der Wirtschaftsvereinigung ein Stellflächenkonzept für Veranstaltungen in der Innenstadt erarbeitet hatte, sagt: „So schön intim wie damals ist es jetzt nicht mehr.“ Gleichwohl habe auch der neue Standort seinen Reiz, sind beide überzeugt.

Davon war nach der Premiere vor fünf Jahren auch der Ortsrat überzeugt. Der damalige Bürgermeister Helmut Fasse hatte sich sofort für einen Verbleib in der Marktstraße ausgesprochen und auf eine selbst durchgeführte Umfrage unter Geschäftsleuten verwiesen. Danach hatten sich 36 von 38 Händlern mit dem neuen Standort „insgesamt zufrieden“ gezeigt.

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