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Spaziergänger rettet Tiere vor sicherem Tod / Tierheim überfüllt / Münster: "Kastrieren lassen"

Katze mit ihren Jungen im Wald ausgesetzt

Stadthagen. Einen erschreckenden Fund hat vor wenigen Wochen ein Spaziergänger im Sachsenhäger Dühlholz gemacht: Angelockt durch klägliches Miauen entdeckte der Mann in zwei völlig durchgeweichten Pappkartons eine Katzenmutter und ihre vier kleinen Jungen sowie drei etwa fünf Wochen alte Kätzchen. Sie waren schlapp, fast regungslos und apathisch, voller Fliegenmaden und Parasiten. "Wie kann man nur so etwas machen?", fragte sich der entsetzte Tierfreund, der die leidenden Wesen sofort zu einem Tierarzt und anschließend in das Stadthäger Tierheim brachte.

Glück gehabt: Im Stadthäger Tierheim erholt sich die Katze mit i

Zwischenzeitlich haben sich die Tiere dort von den Strapazen gut erholt. Sie sind sehr menschenbezogen und zutraulich. "Die müssen es anfangs offensichtlich gut gehabt haben", erklärt Lieselotte Münster vom Tierschutzverein Stadthagen. Umso unverständlicher sei es dann, so die Vorsitzende, wie jemand es über das Herz bringen kann, die hilflosen Katzen in einem abgelegenen Waldstück auszusetzen und sie dort ihrem Schicksal zu überlassen. Wäre der Finder nicht zufällig am Ort des Geschehens vorbeigekommen, hätte dies den sicheren Tod für die Tiere bedeutet. "Das ist nicht nur verantwortungslos und verwerflich, sondern auch strafbar", betont Münster. Leider ist dieser Fund kein Einzelfall. Die Dunkelziffer der ausgesetzten Tiere, denen keiner mehr helfen kann, ist erfahrungsgemäß hoch - insbesondere vor dem nahenden Ferienbeginn. Allein die Fundtiere der letzten Wochen haben den Tierschutzverein Stadthagen an den Rand seiner Kapazitäten gebracht. Das Tierheim an der verlängerten Herminenstraße bei der Kläranlage ist bereits überfüllt. Daher von dort der dringendeAppell an alle Katzenhalter in der Stadt und auf dem Land, die Tiere bitte rechtzeitig kastrieren zu lassen. "Katzen mit sechs und Kater mit acht Monaten, eventuell auch früher", erklärt Lieselotte Münster und ergänzt, dass nur so die Flut der Findlingskatzen gestoppt werden kann.

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