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33-jähriger Reisemanager ist seit gestern neuer Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH

Karsten Stahlhut setzt auf ein „tolles Produkt“

Bad Pyrmont (uk). Eine Erkenntnis hat Karsten Stahlhut in Bad Pyrmont sehr schnell gewonnen: „Das Alter der Gäste ist überdurchschnittlich hoch.“ Wenn er davon spricht, dann hat das einen besonderen Grund. Seit gesern ist er neuer Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH und es ist sein Job, dafür zu sorgen, dass sich das ändert. Nur wenn es gelingt, auch jüngeren Gästen Bad Pyrmont schmackhaft zu machen, können die Übernachtungszahlen weiter ansteigen.

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Von Hans-Ulrich Kilian

Bad Pyrmont. Eine Erkenntnis hat Karsten Stahlhut in Bad Pyrmont sehr schnell gewonnen: „Das Alter der Gäste ist überdurchschnittlich hoch.“ Wenn er davon spricht, dann hat das einen besonderen Grund. Seit gesern ist er neuer Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH und es ist sein Job, dafür zu sorgen, dass sich das ändert. Nur wenn es gelingt, auch jüngeren Gästen Bad Pyrmont schmackhaft zu machen, können die Übernachtungszahlen weiter ansteigen. „Best Ager“ und junge Familien will der Tourismusexperte ansprechen und ist optimistisch, dass sich da etwas bewegen lässt, denn Bad Pyrmont sei sehr vielseitig, auch was den Freizeitbereich angehe und habe eine relativ hohe Zahl von Betten.

Sechs Bewerber hatten es in die Endrunde geschafft, überzeugt war der Aufsichtsrat der BPT am Ende von Stahlhut. der zuletzt als Tourismusmanager für den Reisekonzern Thomas Cook in Frankfurt gearbeitet hat.

Die Entscheidung, aus der Mainmetropole ins kleine Bad Pyrmont zu wechseln, sei ihm nicht schwergefallen, versichert der 33-Jährige, der mit seiner Freundin bereits vor Wochen in der Innenstadt eine Wohnung bezogen hat. „Es war Zeit für eine berufliche Veränderung, und Bad Pyrmont ist einer der bekanntesten Kurorte in Deutschland“, lauten zwei seiner Gründe, denen er noch einen weiteren nachschiebt: „Ich hatte von Anfang an viele nette Begegnungen mit den Menschen.“

Als offen und sympathisch hatte Kurdirektor Heinz-Hermann Blome den 33-Jährigen beschrieben, als er im Februar die Entscheidung des Aufsichtsrates verkündete. So weit, so richtig. Dass er auch beruflich qualifiziert ist, Bad Pyrmont voranzubringen, muss er noch beweisen. Die sechs Monate Probezeit sind dabei nur der erste Schritt.

„Bad Pyrmont ist ein tolles Produkt, und Herr Drescher und sein Team haben einen super Job gemacht“, lobte er bei der Verabschiedung seines Vorgängers. Auch wenn der Weg der richtige sei, den Bad Pyrmont bislang gegangen sei, so gebe es doch noch eine Menge zu tun, hatte ihm Blome zuvor mitgegeben.

Zunächst einmal will sich Stahlhut selber ein Bild machen, auch wenn er sich Bad Pyrmont bereits sehr intensiv angesehen habe. In den nächsten Tage wird er sich immer wieder unter seine Mitarbeiterinnen mischen, um das Tagesgeschäft der Touristikinformation aus erster Hand zu erleben. Von einer intensiven Einarbeitung spricht er selber. In den nächsten zwei Monaten, so sein nächstes Ziel, wil er nach Möglichkeit alle Hotels und Pensionen der Kur-

stadt kennenlernen und sich mit den Vermietern auf einen Kaffee zusammen setzen. Dabei geht es ihm auch um die Qualität, denn die sei ein entscheidender Faktor in allen Bereichen des Tourismus, betont Stahlhut, der dazu auch den Einzelhandel zählt. „Ein Gast will dort, wo er Urlaub macht, auch gut einkaufen können.“ Eine Voraussetzung für einen guten Einkauf habe er jedenfalls schon ausgemacht. „Ich habe in den Geschäften jede Menge freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen.“ Und wenn er etwas sieht, was den Qualitätsansprüchen nicht genügt? „Ich bin ein ehrlicher Mensch“, lächelt er. Konstruktiv kritisch soll sie ausfallen, die Kritik, wenn sie denn angebracht ist. Dass er dabei auch den richtigen Ton trifft, traut man ihm zu. Das wird ihm bei den Gesprächen helfen, die er sich für die nächste Zeit vorgenommen hat, denn er will möglichst viele Kontakte, nicht zuletzt auch mit dem kleinsten BPT-Gesellschafter, dem Kur- und Verkehrsverein. „Ich werde an der einen oder anderen Vorstandssitzung sicher teilnehmen“, verspricht er.

Stahlhut ist bereits klar, dass an der Qualität in Bad Pyrmont insgesamt noch gearbeitet werden kann. „Wer eine Unterkunft in Bad Pyrmont sucht, stößt sofort auf das Steigenberger, und dann kommt in der Regel lange Zeit nichts“, hat er festgestellt. Er weiß, dass es auch noch andere gute Häuser gibt, aber das sei ein Spiegel dafür, dass die Hotelqualität Bad Pyrmonts noch nicht ausreiche. Wenn er von Hotels spricht, dann hat er aber auch die Pensionen im Blick. Die Frage, ob auch diese Art der Unterbringung noch eine Zukunft habe, bejaht er ausdrücklich. „Es ist aber entscheidend, die Zielgruppen dafür zu definieren.“

Stahlhut hat auch ein persönliches Interesse daran, die Übernachtungszahlen zu erhöhen. Gelingt es ihm, sie wieder über die jährliche Marke von 800 000 zu heben, dann steht ihm eine vertraglich vereinbarte Belohnung zu. Sein Optimismus, dass dies gelingt, begründet er zum Teil mit dem seiner Meinung stetig weiter steigenden Tourismusgeschäft in Deutschland. „Das alleine reicht natürlich nicht. Unsere Aufgabe wird es sein, noch gezielter Gäste anzusprechen.“

Seine Mitarbeiterinnen sind bislang sehr angetan von dem 33-Jährigen und loben seinen Teamgeist. Von daher und seinem Alter könnte Karsten Stahlhut die 15 Jahre seines Vorgängers leicht toppen. Zumindest habe er sich auf eine längere Dienstzeit eingestellt, versichert er. Jetzt muss sich zeigen, ob er und Bad Pyrmont zusammenpassen.

Der „neue Drescher“: Karsten Stahlhut an seinem Arbeitsplatz. Seinem Vorgänger und dessen Team bescheinigt er einen „super Job“. Foto: nl

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