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Sonderausstellung „Die heißen 3“ zeigt Historie von Kaffee, Tee und Schokolade

Kaffeeklatsch in Fürstenberg: Darf es noch ’n Tässchen sein?

Von Jean LeGrand

Das Schloss Fürstenberg: Selbst ohne Sonderausstellung schon ein

Fürstenberg. „Kaffe nehmt Ihr Euch selber, ne?“ Was Tausende Hörer jeden Tag aufs Neue auf NDR2 in der Hörfunkserie „Frühstück bei Stefanie“ verfolgen, hat durchaus einen historischen Ansatz: den Kaffee, wohlgemerkt mit zweitem e geschrieben, weil’s dann feiner aussieht. Doch wie schlägt man den Bogen von Steffi und ihrem Schlemmerbistro zum ehrwürdigen Schlosse zu Fürstenberg an der Weser und dem dortigen Museum? Zum Beispiel mit besagtem Gesöff. Denn Steffi und Kaffee sind in aller Munde. Interessiert nicht die Bohne? Von wegen!

Kaffee, Tee und Schokolade sind die heißen Drei, um die es in der aktuellen Sonderausstellung im Museum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg geht. Denn einen Tag ohne Kaffee, Tee oder Schokolade können wir uns gar nicht mehr vorstellen. Und doch kennt man dieses leckere Trio in Europa erst seit etwa 300 Jahren. Die Sonderausstellung „Die heißen 3 – 300 Jahre Kaffee, Tee und Schokolade in Norddeutschland“ spürt die Geschichte der Heißgetränke auf. Kontakte zu fremden Kulturen haben das Leben in Norddeutschland immer wieder bereichert. Die Einfuhr von Kaffee aus Arabien, Tee aus China, Kakao aus Amerika und, für die Akzeptanz dieser neuen Genussmittel wichtig, von Zucker aus der Karibik wirkte sich besonders nachhaltig auf die Lebensweise der Menschen hier aus.

Die breit angelegte, familientaugliche Ausstellung spürt dem Wandel der Alltagskultur, den diese drei exotischen Früchte ausgelöst haben, auf unterhaltsame Weise nach. Sie zeigt, wie Kaffee, Tee und Kakao bei uns im Laufe der vergangenen Jahrhunderte zu einer Selbstverständlichkeit geworden sind, wie sie die Ernährungsweise und die Geschmacksvorlieben zutiefst geprägt sowie neue Erwerbszweige und Gesellschaftsformen begründet haben.

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Die Ausstellung präsentiert „die heißen 3“ in sechs chronologisch gegliederten Stationen und einer Kaffeebar. Entsprechend seiner historischen Bedeutung kommt dem Kaffee dabei eine bestimmende Rolle zu. Ein Begleitbuch stellt die Exponate, die Texte und Bilder der Ausstellung vor und ergänzt sie um weiterführende Geschichten und Erläuterungen zu einzelnen Themen. Der räumliche Bezugsrahmen ist das südliche Niedersachsen um Hannover, Braunschweig und Göttingen.

Besucher erfahren in der Ausstellung, wie die Nahrungsgewohnheiten der Menschen durch die Heißgetränke revolutioniert wurden und was es mit Begriffen und Redewendungen wie „Kaffeeklatsch“ und „Den Tee nach China tragen“ auf sich hat. Die Ausstellung zeigt außerdem nicht nur die Seite des Genusses, der mit den drei Getränken verbunden ist, sondern spannt den geschichtlichen Bogen von ihrem medizinischen Einsatz über das Luxusgetränk bis zum Alltagsgetränk in der heutigen Zeit. Sie zeigt, wie Kaffee, Tee und Kakao im Laufe der vergangenen Jahrhunderte die Ernährung und Geschmacksvorlieben geprägt und neue Gesellschaftsformen begründet haben. Und natürlich zeigen zahlreiche Porzellan-Exponate, wie sich die Tisch- und Wohnkultur verändert hat und in der Besucher-Werkstatt erklären Porzelliner nicht nur die unterschiedlichen Fertigungstechniken - es kann auch einer Porzellanmalerin live bei der Arbeit zugeschaut werden.

„Die heißen 3 – 300 Jahre Kaffee, Tee und Schokolade in Norddeutschland“, Sonderausstellung im Museum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg an der Weser, Schloss Fürstenberg, Meinbrexener Straße 2, Öffnungszeiten dienstags bis sonntags jeweils von 10 - 17 Uhr / Internet: www.fuerstenberg-porzellan.com

Wenn’s in Fürstenberg um Kaffee, Tee und Schokolade geht, dann spielt das Porzellan dabei natürlich eine große Rolle. Zahlreiche Exponate zeigen, wie sich die Tisch- und Wohnkultur in den Jahrhunderten verändert hat.

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