weather-image
22°
Serien-Tipp

Kaffee, Autos und Barack Obama

Netflix, wir müssen reden. Zunächst mal über diesen deutschen Titel: „Comedians in Cars Getting Coffee“ heißt die unterhaltsam durch das weite Feld zwischen Alberei und Philosophie (da gibt es kein deutsches Wort) cruisende Reihe von Jerry Seinfeld eigentlich. Übersetzt also: „Komiker in Autos bekommen Kaffee“. Das ist blöd-sperrig, soll aber so sein.

Serien_Tipp Comedians in cars getting coffee
Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Im Grunde eine Titelverweigerung: „Hey, wir nehmen einfach das Sendungskonzept und schreiben es oben drüber.“ Das hat Komik. Und die ist einem Seinfeld, immerhin eine Comedy-Legende, wichtig. Der deutschen Netflix-Redaktion wohl auch – nur anders. „Comedians auf Kaffeefahrt“ heißt es dort. Kaffeefahrt – gütiger Fips Asmussen, was für ein Kalauer! Lieber zur Sendung: In spektakulären Fahrzeugen holt Autonarr Seinfeld Kollegen vor der Haustür ab, um mit ihnen in irgendeinem Café oder Diner Kaffee zu trinken. So weit, so simpel, so schon im Titel zu lesen. Ihre Qualität zieht die Sendung dann aus dem ältesten Unterhaltungsprogramm der Welt: dem Gespräch. Da erweist sich dann etwa ein Alec Baldwin als charmanter wie bissiger Plauderer, ein Jimmy Fallon als harmlos-nett, eine Sarah Jessica Parker – obwohl kein Comedian – als sehr unterhaltsam und ein John Oliver – mal wieder – als brillant. Auch in Deutschland zum Medienthema wurde die Reihe jedoch durch den Auftritt von Barack Obama. Ein US-Präsident in einer Comedy-Show? Vor 20 oder 30 Jahren hätte man das hierzulande vielleicht noch als bizarre Blüte des US-Polit-Showgeschäfts gesehen. Heute macht diese 2015 gefilmte souveräne Lässigkeit im Weißen Haus bereits nostalgisch.


„Comedians in Cars Getting Coffee“ ist auf Netflix zu sehen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare