weather-image
17°
Krankenhagen und Silixen kämpfen gemeinsam für den Erhalt der Straße / Appell an Landkreis: Gründe ernst nehmen

K 80: "Schließung wäre Verschwendung von Steuergeldern"

Krankenhagen/Silixen (crs). In einer gemeinsamen Erklärung fordern Krankenhagens Ortsbürgermeister Gerhard Werner und Extertals Umwelt- und Verkehrsausschussvorsitzender Manfred Stoller den Landkreis Schaumburg auf, die im Rahmen des Kiesabbauverfahrens geplante Einziehung der Kreisstraße 80 nicht zu verwirklichen. Auch den Rechtsweg schließen sie dabei ausdrücklich nicht aus.

Manfred Stoller

Über die Landesgrenze hinaus stößt die geplante Schließung der Straße auf Ablehnung. Aus diesem Grund hatten Werner und Stoller die Anlieger aus dem Einzugsbereich des Heidelbecker Holzes und Friedenstales (Gemeinde Extertal) zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Zwar unterscheiden sich die Interessenlagen beider Orte - für die Anlieger des Heidelbecker Holzes und Friedenstales ist die K 80 eine wichtige Erschließungsstraße zu ihren Grundstücken, die Krankenhäger nutzen die Straße als Zufahrt zu den verbliebenen Naherholungszielen - aber: "Wir sind uns einig, die Schließung der Straße vor allem zu einem so frühen Zeitpunkt zu verhindern." Stoller und Werner führen verschiedene Argumente an. So liege die K 80 am Rand des Abbaugebietes - "es wäre ohne weiteres realisierbar, dieses Teilstück beim Bodenabbau auszusparen und die Straße damit zu erhalten". Alternativ könne auch der Forstweg entlang der "Sommerwand" erschlossen werden. Angesichts des auf mehrere Jahre ausgelegten Abbaus ist für die Kommunalpolitiker die Einziehung der K 80 zu einem derart frühen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Die nach Landkreis-Angaben zu geringe Verkehrsbelastung rechtfertige allein die Umwidmung zur Gemeindestraße. "Die überregionale Bedeutung der K 80 ist aber immer wieder betont worden", merken Stoller und Werner an, sie sei zudem in einem tadellosen Zustand und erst 1998 für viel Geld teilsaniert worden. "Eine Einziehung wäre eine Verschwendung von Steuergeldern." Und auch das Problem des starken Motorradverkehrs mit der damit verbundenen erheblichen Lärmbelästigung löst die Sperrung der Straße nach Ansicht der Politiker nicht. Abhilfe sehen Stoller und Werner stattdessen in konsequenter Anwendung des § 43 StVO mit der Möglichkeit, Verkehrsverbote für bestimmte Fahrzeugarten zu erlassen, also zum Beispiel Motorräder. "Wir erwarten, dass der Landkreis die Ablehnungsgründe ernst nimmt und die Einziehung nicht verwirklicht", schließen Werner und Stoller. Sollte der Landkreis bei seiner Entscheidung bleiben, bliebe den Betroffenen noch der Rechtsweg offen, um Widerspruch einzulegen. "Für die Krankenhäger ist jedenfalls nicht hinzunehmen, dass nur die Interessen Möllenbecks und des Kieswerkes Reese berücksichtigt werden."

Gerhard Werner
  • Gerhard Werner
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare