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Kreisdezernentin schreibt Brief an die Interessengemeinschaft: "Jagdbezirk war nie ein Thema"

K 80: Großzügige Nutzung für Anliegerverkehr

Krankenhagen (wm). Der Landkreis wird seine Pläne zur Einziehung der Kreisstraße 80 zwischen Möllenbeck und Krankenhagen nicht ändern - Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian soll noch vor Ende dieses Jahres die Einziehungsverfügung unterschreiben, so die Marschrichtung im Kreishaus Stadthagen. In einem vierseitigen Schreiben hat Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz jetzt Manfred Stoller als Sprecher der Interessengemeinschaft gegen eine Einziehung der K 80 nochmals die Gründe geschildert, die zur bevorstehenden Einziehung der Straße geführt haben - und die, darauf weist die Kreisdezernentin süffisant hin, schon seit acht Jahren bekannt und bei verschiedenen Terminen immer wieder erläutert worden seien. Sie sehe im Gegensatz zur Interessengemeinschaft daher auch kein Informationsdefizit für die Öffentlichkeit.

Die Einziehung der K 80 sei ein "Verwaltungsakt", gegen den es selbstverständlich ein Klagerecht gebe, erläuterte Ursula Müller-Krahtz gestern in einem Telefongespräch - die Interessengemeinschaft aber könne nicht klagen, ein Verbandsklagerecht gebe es nicht. Klagen können hingegen die direkt betroffenen Anlieger. Über die Erfolgsaussichten einer möglichen Klage wollte sich Ursula Müller-Krahtz nicht äußern. Spekulieren könne allerdings jeder, ob ein Gericht nicht zu der Erkenntnis komme könnte, den Ansprüchen der Anlieger sei mit dem vorhandenen und zusätzlich noch auszubauenden Wegenetz genüge getan, die Einziehung der K 80 somit zumutbar. Wie sie ihre Grundstücke nach Einziehung der Kreisstraße erreichen können, das sei in der vergangenen Woche jedem Anlieger in einem persönlichen Gespräch in der Verwaltungsstelle Möllenbeck im Detail vorgestellt worden. Beim Landkreis werde man zunächst abwarten, wie das Verfahren ausgehe, erst dann soll entschieden werden, wie eine Sperrung praktisch umgesetzt wird auf einer Straße, die de facto noch da ist. Vorstellbar, so die Kreisdezernentin, sei die Aufstellung von Verkehrsschildern wie das Wegbaggern eines Teilstückes der Straße, verbunden mit der Anlegung einer Wendeschleife und eines Parkplatzes für Wanderer. In ihrem Schreiben sichert die Kreisdezernentin der Interessengemeinschaft zu: Die angestrebte Lösung beinhalte "großzügige Nutzungsmöglichkeiten für den Anliegerverkehr". Grundsätzlich widerspricht Müller-Krahtz der von der Interessengemeinschaft zitierten Behauptung, der Kiesabbau würde erst in 20 Jahren auf die Straße treffen: "Das kann ich nicht bestätigen." Und sie beugt einer Mythenbildung vor: Ein "straßenfreier Jagdbezirk" sei "zu keinem Zeitpunkt" Gegenstanddes Verfahrens gewesen. Manfred Stoller erklärte gestern, er wolle sich zum Inhalt des Schreibens noch nicht äußern: "Kein Schnellschuss aus der Hüfte."

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