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Fachausschuss hat Diskussionsbedarf

Jugendparlament: Politiker skeptisch gegenüber Projekt

Stadthagen (jl). Ist ein Schüler- beziehungsweise Jugendparlament das wirkungsvollste Mittel, um junge Menschen zu motivieren, in Stadthagen aktiv zu werden? Stadtjugendkoordinator Ralf Cordes meint Ja. Das Gros der Mitglieder des Ratsausschusses für Jugend, Familie, Soziales und Sport hat den Vorstoß hingegen eher skeptisch gesehen.

Der Jugendkoordinator hat aufgrund eines SPD/FDP-Antrags vom Juni dieses Jahres schriftlich einen möglichen Weg zu einem Jugendparlament in der Kreisstadt aufgezeigt. Aufgearbeitet worden ist dabei auch die Geschichte des Stadtjugendrates, die 1999 begonnen und 2005 geendet hatte. Als eine große Schwäche der alten Konstellation bezeichnete Cordes die schwache Verzahnung von Schulen und Stadtjugendrat. Dem soll beim Neustart entgegengearbeitet werden, indem an den Schulen Delegierte gewählt werden. Von zwei Schulen kommen übrigens Signale für ein neues Jugendparlament: Cordes berichtete von einer 9. Klasse am Ratsgymnasium und einer 10. Klasse an der Schule Am Schlosspark, die jeweils "Vorstellungen über ein Jugendparlament entworfen" hätten. Unabdingbar dabei ist das Instrument Mentoren. Gemeint sind Politiker aus dem Rat und natürlich der Jugendkoordinator, die dem Nachwuchs zur Seite stehen. Cordes mahnt für den Aufbau "eines neuen Gremiums "Ausdauer und Beharrlichkeit" an, da die Strukturen eines Jugendparlamentes nicht diejenigen seien, in denen sich Alltag von Jugendlichen abspiele. Wichtig für das Funktionieren -und zugleich eine weitere Lehre aus dem gescheiterten Stadtjugendrat: Die Umsetzung von Forderungen und Ideen müsse "in zeitlich nachvollziehbaren Spannen erfolgen". Der städtische Jugendkoordinator schlägt vor, zunächst alle infrage kommenden Kooperationspartner aus Schulen und Jugendarbeit zu informieren und die noch bestehende Satzung des Stadtjugendrates zu überarbeiten. Konkrete Absprachen zur Schaffung des Schülerparlamentes sollten erst im zweiten Schulhalbjahr 2008/09 getroffen werden, um dann in der ersten Hälfte des folgenden Schuljahres zu wählen. Ob dieser Stufenplan so umgesetzt wird, scheint seit der Sitzung des Fachausschusses fraglich. Vor allem die negativen Erfahrungen mit dem zum Schluss lange Zeit nicht mehr handlungsfähigen Stadtjugendrat scheinen etlichen Ausschussmitgliedern noch im Magen zu liegen. Dieses und der Einwand von Ausschussmitglied Thomas Pawlik vom Präventionsrat "Wir plus": "Es gibt auch andere Instrumente zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen" -sorgten dafür, dass das Thema weiter in den Fraktionen beraten werden soll. Ernst Lenk (Grüne/WIR) forderte, dass das Jugendparlament thematisch alles anpacken dürfen muss. Regina Soergel (CDU) und andere sorgten sich, dass nur in Stadthagen wohnende Jugendliche mitentscheiden dürfen. Ulrike Koller (SPD) trat gewissermaßen auf die Bremse. Wie Pawlik forderte sie die Suche nach geeigneten Beteiligungsformen. Dazu müssten auch Praktiker wie der Präventionsrat gehört werden. Dazu soll es vor weiteren Gremiendiskussionen kommen.

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