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"Lippe pro Arbeit" setzt Projekt mit neuer Finanzierung fort

"JobAct": 23 Jugendliche hoffen auf Ausbildungsplatz

Kalletal/Extertal (rd). "Mit 16 habe ich viel Blödsinn gemacht", meint Nazamatin Yüsün rückblickend. Der 19-Jährige hat damals die Schule ohne Abschluss abgebrochen und findet keine Ausbildungsstelle. Einen Schulabschluss hat Julia Schneider (24) schon, doch zwei Ausbildungen brach sie nach kurzer Zeit ab - kein gutes Empfehlungsschreiben für mögliche Arbeitgeber. Zwei von insgesamt 23 jungen Hartz-IV-Empfängern, die mit dem Theaterprojekt "Job- Act" einen Ausbildungsplatz finden wollen.

Unkonventioneller Ansatz mit Erfolg: Durch ein selbst entwickelt

JobAct wird im Auftrag von "Lippe pro Arbeit" durchgeführt. Sechs Monate lang erlernen die Teilnehmer das Theaterspielen und entwickeln ein eigenes Stück. Neben der kreativen Arbeit steht das Bewerbungstraining im Zentrum. Ein Betreuer hilft, geeignete Firmen zu finden, diese anzusprechen und sich als zukünftige Mitarbeiter zu präsentieren. Schon zweimal wurde JobAct in Lippe mit großem Erfolg durchgeführt. Anfang 2008 haben 17 von 20 Teilnehmern dank JobAct eine Stelle gefunden. Trotz des großen Erfolges hat das Bundesarbeitsministerium im Sommer 2008 die nötige Finanzierung gestrichen. "Wir von Lippe pro Arbeit sind überzeugt von dem Konzept", sagt Geschäftsführer Thomas Jeckel. "Jugendliche, die vergeblich eine Perspektive gesucht hatten, unmotiviert waren und resigniert hatten,fanden so einen neuen Start." Deshalb hat sich Lippe pro Arbeit jetzt selbst um die Finanzierung gekümmert. Im Team zu arbeiten, Verantwortung zuübernehmen und offen auf andere zuzugehen, das lernen viele Jugendliche bei JobAct zum ersten Mal. Julia will Büro- oder Industriekauffrau werden. Nazamatin hofft auf eine Ausbildung als Fachlagerist. Mit Job-Act haben beide eine neue Chance bekommen, ihre Ziele zu verwirklichen.

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