weather-image
Auseinandersetzungen zwischen VVG und der Neschen AG um Rückzahlung eines Darlehens

Jetzt will der Hauptaktionär sein Geld zurück

Bückeburg (rc). Die Auseinandersetzungen zwischen der Neschen AG und einer ihrer Hauptaktionärinnen, der Vermögensverwaltung Erben Dr. Karl Goldschmidt GmbH (VVG), geht am 10. November vor dem L andgericht Bückeburg in eine neue Runde. Diesmal streiten die Parteien um die Rückzahlung eines Darlehens und um die Einsicht in Geschäftsunterlagen der Neschen AG.

Das Unternehmen befand sich Ende 2004 in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und benötigte für die Sanierung dringend weitere Kredite. Eine Gruppe von Banken, zu denen namhafte deutsche Großbanken gehörten, wollte diese Kredite aber nur bewilligen, wenn auch die Großaktionäre der Neschen AG, nämlich die Familie Zinn und die VVG, der Neschen AG eigene Kredite zur Verfügung stellen. So kam es, dass die VVG der Neschen AG im Jahre 2005 einen Kredit über 375 000 Euro gewährte. Die erwähnte Bankengruppe beteiligte sich wie vorgesehen ebenfalls mit Krediten an dem Sanierungsplan. Sie stieg aber bereits Ende 2006 wieder aus den Kreditverträgen mit der Neschen AG aus und übertrug die Rechte und Pflichten aus diesen Verträgen auf eine US-amerikanische Investorengruppe. Die VVG kündigte der Neschen AG Ende 2007 den Kredit und verlangt nun die Rückzahlung der 375 000 Euro. Sie meint, sie könne den geschlossenen Vertrag fristlos kündigen, nachdem der Bankenpool aus dem Kreditgeschäft mit der Neschen AG ausgestiegen ist. Jedenfalls sei eine fristgerechte Kündigung möglich, weil der Vertrag mit der Neschen AG keine bestimmte Laufzeit für den Kredit vorsehe und das "Kleingedruckte" des Vertrages unwirksam sei, soweit es um die Rückzahlung des Darlehens geht. Außerdem ist die VVG der Ansicht, sie könne die Einsicht in bestimmte Geschäftsunterlagen der Neschen AG verlangen, weil diese Unterlagen unter anderem für die Berechnung der Darlehenszinsen Bedeutung hätten. Die Neschen AG tritt der Klage entgegen. Sie meint, die VVG könne den Kreditvertrag weder fristlos noch fristgerecht kündigen. Auch die Einsicht in Unterlagen könne nicht beansprucht werden, weil die VVG diese Unterlagen nicht benötige und weil es sich außerdem um geheime firmeninterne Dokumente handele. Über diese Punkte wird nun die 2. Zivilkammer des Landgerichts zu entscheiden haben - falls es nicht gelingen sollte, die Kontrahenten zu einer gütlichen Beilegung des Rechtsstreits zu bewegen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare