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"Lokales Bündnis für Familie": Politik rührt Werbetrommel / Start noch in diesem Sommer geplant

Jede Menge Vorteile für Bürger und Betriebe

Bückeburg (tw). Es ist zwar kein Empfehlungs-"Beschluss", eine Empfehlung aber allemal: Spätestens bis zur Ratssitzung am 29. Juni, so der Vorschlag von Bernd Schierhorn (Bündnis 90/Die Grünen) soll sich in Bückeburg ein "Lokales Bündnis für Familie" - wir berichteten - gegründet haben. Dafür hat Anka Knechtel (SPD) in "ihrem" Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales jetzt eifrig die Werbetrommel gerührt. Und das Echo macht ihr Hoffnung ...

Warum ein lokales Bündnis - überregional vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angestoßen - nötig sei? Knechtel zeigt's per Power-Point-Präsentation: "Weil wir mehr Familienfreundlichkeit brauchen. Weil wir ein besseres Klima für Kinder und Eltern schaffen müssen. Weil wir mehr Kinderbrauchen, um zu ,überleben'." Die Organisationsform eines "Lokalen Bündnisses" für Bückeburg - ist eigentlich "egal". Denn, wie es schon Altkanzler Helmut Kohl formuliert hat: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Und das kann für die Bückeburger, kann aber auch für Bückeburg selbst eine ganze Menge sein. So könnte sich das Bündnis in Absprache mit Eltern und Betrieben für Kinderbetreuung und Arbeitszeitregelungen einsetzen, aber auch Anlaufstelle für Jugendliche sein und zudem Angebote für pflegende Angehörige unterbreiten - um nur einige Beispiele zu nennen. Knechtel: "Für Bückeburg wiederum wäre ein ,Lokales Bündnis für Familie' ein so genannter weicher Standortvorteil, wenn es um den Wettbewerb um Neubürger, aber auch um neue Betriebe geht." Was letztere davon haben? Aktuelle Studien belegen's: "Einsparungen durch geringere Krankenstände und weniger Kosten beim Einarbeiten der Angestellten", so die Ausschusschefin. Das Personalkarussell drehe sich in den Betrieben sehr viel langsamer, wenn sich "Familie" und "Job" für Arbeitnehmer besser vereinbaren ließen. Für Schierhorn müsste sich der Zusammenschluss vor allem als ein "Forum" bewähren, das die Kommunikation der Teilnehmer verbessert: "Die mit der Wirtschaft ist in Fragen der Familie nämlich noch nicht optimal." Zwar gibt es mit Blick auf ein Bündnis auch für Bückeburg kein Patentrezept, aber: Das Bundesministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das zwar nicht mit "Tat" (sprich: Geld) wohl aber bis Ende 2006 mit Rat hilft. Ersteres ist nach Dafürhalten der Ausschusschefin nicht weiter schlimm, "weil die Erfahrung zeigt, dass ein ,Lokales Bündnis für Familie' nicht viel Geld kostet". Da auch die vielen Bündnisse, die bereits in anderen Städten bestehen, inzwischen einen Schatz an Erfahrungen gesammelt haben, könne Bückeburg getrost auch aus diesem Fundus schöpfen. Kein Wunder, dass Knechtels Begehren im Fachausschuss auf fruchtbaren Boden fällt: "Mit einem solchen Bündnis", sagt Amtsleiter Siegfried Demjanenko, "würde Bückeburg eine neue Qualitätsstufe erklimmen". Zwar gebe es in der Stadt und ihren Ortsteilen bereits zahlreiche Initiativen, die in diese Richtung wirkten, aber: "Diese ,Mosaiksteine' ", so der Amtsleiter, "sind bislang kaum zu einem Mosaikbild vernetzt beziehungsweise verbunden". Christoph Struckmann, Chef des Stadtjugendrings, sieht selbst auf den Dörfern Bedarf, denn: "Durch die vielen Neubürger ist der Zusammenhalt unter den Einwohnern auch dort nicht mehr so stark, wie manche es von früher her noch kennen." Einhellige Ansicht am Ende der Sitzung: Bevor ein auch von CDU und BfB grundsätzlich befürwortetes "Lokales Bündnis für Familie" in Bückeburg Konturen gewinnen kann, müssen die Bürgervertreter von der Stadt einen "Soll/Ist-Abgleich" vorgelegt bekommen. Er soll Antwort auf die Frage geben, welche Kräfte in Bückeburg bereits jetzt im Sinne des angestrebten Bündnisses wirken - und wo es noch Defizite gibt.

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